163 Gedanken, in der Reihenfolge des Buches
- Nummer 1:
Das Gehirn ruft Gedächtnisinhalte ab, aber dort ist keine unveränderbare Datei, das Erinnern ist ein selektiver und sogar konstruktiver Vorgang
- Nummer 2:
Heutzutage weiss man: Reaktiviertes persönliches Abrufen von vergangenen Momenten kann beim sog. Erinnern aktualisiert oder verzerrt werden
- Nummer 3:
Das Erinnern erfolgt tendenziell unter Einfluss der gegenwärtigen Stimmung, so kann sie mitbestimmen, welche emotional passenden Inhalte zugänglich werden
- Nummer 4:
Erzählst du deine letzten 3 Jahre an einem guten und an einem schweren Tag, wirst du vielleicht zwei verschiedene Leben beschreiben, aber es hat sich nicht die Vergangenheit verändert, sondern die Stimmung momentaner Gegenwart, aus der du auf sie blickst
- Nummer 5:
Erinnerung ist kein Archiv, aus dem wir unveränderte Akten hervorholen, sie ist eine gegenwärtige Rekonstruktion vergangener Erfahrung
- Nummer 6:
Deine Stimmung entscheidet nicht, was geschehen ist, sie beeinflusst aber, was dir beim Erinnern davon gerade selektiv zugänglich erscheint
- Nummer 7:
Die dunkle Erzählung der Vergangenheit ist nicht deshalb wahrer, weil sie strenger klingt, denn Härte ist kein Beweis für Wahrheit, erscheint uns aber oft so, weil wir so oft ernüchtert wurden beim näheren Hingucken
- Nummer 8:
Übrigens zeigt sich wie beim Paradoxum der Angst auch beim Er-Innern eine erlernte Verwechslung von Erkenntnisweg und Erkenntnisergebnis
- Nummer 9:
Wir wurden oft ernüchtert beim Wieder-Betrachten, aber anstatt das Hingucken zu verbessern, sagt das verletzte Schutzsystem des Ichs ent-täuscht: „Das Angenehme täuscht, also besser das Unangenehme für wahrer halten!
- Nummer 10:
Der Schmerz einer Aussage kann schnell mit ihrer Beweiskraft verwechselt werden
- Nummer 11:
Genaues Hinsehen ist eine Methode, Ernüchterung ist ein mögliches Ergebnis und Härte nur eine Qualität des Urteils, Wahrheit ist dessen Übereinstimmung mit der möglichst vollständig betrachteten Wirklichkeit
- Nummer 12:
Genaues Hinsehen kann ebenso offenbaren, dass unsere Hoffnung zu hell war, wie auch, dass unser Selbsturteil zu dunkel gewesen ist, wenn man nur ohne Angst liebevoll hinschaut
- Nummer 13:
Wissenschaftlich bewiesen ist bereits, dass negative Darstellungen wie von Zynikern gern benutzt, unter bestimmten Bedingungen glaubwürdiger wirken können, aber dieser Effekt ist keineswegs allgemeingültig oder wahrheitsdienlich
- Nummer 14:
So entsteht das Paradoxum der Ernüchterung: Um nicht noch einmal von einer hellen Illusion getäuscht zu werden, erklären wir die dunkle zum Realismus
- Nummer 15:
Eine schlechte Stimmung belügt unsere Erinnerung nicht unbedingt, bedenklich wird sie dort, wo ihre Teilwahrheit sich für die ganze Wahrheit hält
- Nummer 16:
Wenn dein heutiger Zustand erinnernd sagt: „Bei mir hat es noch nie funktioniert“, dann frage ihn: „Welche meiner Erfolge kannst du gerade nicht erinnern?
- Nummer 17:
Triff kein endgültiges Urteil über dein Leben an einem Tag, an dem deine Stimmung mau und deine innere Kraft nur vorübergehend klein ist
- Nummer 18:
In deinen Erinnerungen darf ein schwerer Tag beschrieben werden, er darf aber nicht allein die Bilanz deiner Jahre schreiben
- Nummer 19:
Die Vergangenheit wird nicht allein dadurch zum Schicksal, dass sie geschehen ist, sondern indem eine stimmungsbedingte Erzählung von ihr deine nächsten Entscheidungen bestimmt
- Nummer 20:
Gehe deine vergangenen Jahre in Ruhe und Resilienz noch einmal durch, nicht um sie schönzureden, sondern um Jetzt und Hier das Übersehene in die Wahrheit zurückzuholen
- Nummer 21:
Die Stimmung erzählt vom gegenwärtigen Zustand des vergangenen Ichs, Vernunft fragt auch nach der ganzen Wahrheit des Selbst
- Nummer 22:
Selbst-Klärung beginnt dort, wo das Bewusst-Sein erkennt, dass auch sein innerer Erzähler selektiv berichtet und nicht nur verlässliche Fakten liefert
- Nummer 23:
In der Amorologie ist die dunkle Erzählung eine ernst zu nehmende In-Formation aus der Gemeinschaft des Ichs, aber noch kein abschließendes Urteil des Selbst, die Vernunft lässt sie im Bewusst-Sein zu Wort kommen, aber ohne ihr die Deutungshoheit über das Ganze zu überlassen
- Nummer 24:
Die Vernunft prüft beim Er-Innern, was die helle und die dunkle Erzählung jeweils erkennen lassen und was sie verschweigen, bis weder Hoffnung noch Angst ihre Teilwahrheit für die ganze Wahrheit ausgeben können
- Nummer 25:
Vernunft ist streng in der inneren und äußeren Prüfung, aber behütend und heilsam zum Sein
- Nummer 26:
Die erste Ernüchterung kann eine Illusion beenden, die dauernde Erwartung von Ernüchterung kann eine neue erschaffen: Den Irrtum, das Dunkle sei grundsätzlich wahrer
- Nummer 27:
Härte beweist nur, dass ein Urteil weh tuen kann, nicht, dass es wahr ist
- Nummer 28:
Die Polarität GOTTES lehrt uns komplementär: Die wahrhaftigste Lebensgeschichte ist weder nur die helle noch nur die dunkle, sondern jene, die beide Seiten liebevoll und wirklichkeitsgetreu in das ganze Abbild davon integriert
- Nummer 29:
Unsere Vernunft erkennt: Stimmung darf erinnernd mitsprechen, aber sie darf nicht allein über die Wahrheit unseres Lebens urteilen
- Nummer 30:
Die gegenwärtige Stimmung liefert wirkliche Information, aber nur über einen Teilzustand des Ichs, erst die Vernunft fragt, welche anderen Erfahrungen, Seinformen und Zeitpunkte in der gegenwärtigen Erzählung fehlen
- Nummer 31:
Er-Innern bezeichnet den reflexiven Vorgang, durch den vergangene oder bislang unbewusste In-Formation im inneren Kommunikationsraum des Ichs gegenwärtig werden kann
- Nummer 32:
Die fünf Seinformen tragen ihre jeweiligen Wahrnehmungen beim Er-Innern bei, das Bewusst-Sein erkennt sie, das Selbst nimmt sie in sein gegenwärtiges Selbstwissen auf, und die Vernunft prüft, am besten liebevoll, ihre Wirklichkeit, Herkunft, Bedeutung und Beziehung zum Ganzen
- Nummer 33:
Er-Innern bedeutet nicht, eine fertige Vergangenheit hervorzuholen, sondern einer Erfahrung im heutigen Bewusst-Sein erneut und erweitert innezuwerden
- Nummer 34:
Nicht alles, was du in dir findest, ist bereits die ganze Wahrheit, aber alles, was du wahrhaft erkennen willst, muss auch im Inneren komplementär und vernünftig betrachtet werden
- Nummer 35:
Liebevoll Er-Innern heißt, nach innen zu schauen, ohne im Eigenen eingeschlossen zu bleiben
- Nummer 36:
Die Amorologie lehrt uns das Er-Innern nicht nur als bloßes Zurückholen von Vergangenheit, sondern als bewusstes Innewerden, vernünftige Prüfung und liebeorientierte Integration des innerlich Gefundenen
- Nummer 37:
Die Gemeinschaft des Ichs ist so intelligent angelegt im Wissen um sich entwickelndes Sein, dass keine momentane Auswahl endgültig sein muss, weil neue Information, Rückwirkung und Reflexion fortwährend Korrektur ermöglichen
- Nummer 38:
Die Gemeinschaft des Ichs kommuniziert nicht, um Auswahl zu vermeiden, sondern um Auswahl korrigierbar zu machen, denn ohne Auswahl keine Wahrnehmung, Entscheidung und Handlung, bedenklich ist Auswahl erst, wenn eine Seinsform, Stimmung oder Teilwahrheit sich für das ganze Ich hält
- Nummer 39:
Kommunikation im Sein der Energien, die in Formation gebracht werden, wobei Kommunikation auch eine Form des Bewegens solcher Energien ist und Bewegung Leben bedeutet, offenbart sich als fundamentale Eigenschaft Der manifesten Schöpfung
- Nummer 40:
Kommunikation ist basal lernendes Sein: Die fünf Seinformen empfangen und senden Energie in Formation, ergo Informationen

- Nummer 41:
Kommunikation ist basal lernendes Sein: Bei der Verarbeitung trägt jede Seinform ihre spezifische Wahrnehmungsweise bei
- Nummer 42:
Kommunikation ist basal lernendes Sein: bei der Auswahl der Informationen filtert das Ich die Informationsfülle auf das gegenwärtig Handhabbare
- Nummer 43:
Kommunikation ist basal lernendes Sein: Bei der reflektierenden Rückkopplung werden Ergebnisse, Wirkungen und Reaktionen erneut zu Information
- Nummer 44:
Kommunikation ist basal lernendes Sein: In der Reflektion nimmt das Ich nicht nur etwas wahr, sondern nimmt auch sein eigenes Wahrnehmen und Verarbeiten dabei wahr
- Nummer 45:
Kommunikation ist basal lernendes Sein: Das Sein erlangt gegenwärtiges Wissen über sein eigenes Sein, Bewusst-Sein entsteht
- Nummer 46:
Kommunikation ist basal lernendes Sein: Das unvollständige, wachsende und korrigierbare Selbstwissen erhält eine gegenwärtige Gestalt, das Selbst als energetisches Sein zum Ich ist gebildet
- Nummer 47:
Kommunikation ist basal lernendes Sein: Die Vernunft bringt Teilinformationen reflektiert, wirklichkeitsbezogen und liebeorientiert in Beziehung zum Ganzen
- Nummer 48:
Kommunikation ist basal lernendes Sein: Das Ich trifft auf dieser Grundlage eine Ent-Scheidung mit dem „freien“ Willen
- Nummer 49:
Kommunikation ist basal lernendes Sein: Handlung und Erfahrung manifestiert aus Entscheidungen neue Information, die in den Kreislauf zurückfliessen
- Nummer 50:
Unmittelbares Wahrnehmen und Erleben kann stattfinden, ohne dass wir ausdrücklich darüber nachdenken, aber das polaritär spezifische Bewusst-Sein als Wissen des Seins über sein eigenes Sein beginnt erst dort, wo Wahrnehmung rückbezüglich wird: Das Ich weiß nicht nur etwas, sondern nimmt zunehmend wahr, dass und wie es weiß
- Nummer 51:
Bewusst-Sein erschafft weder GOTT noch die Beziehung zu IHM, es ermöglicht dem Ich vielmehr, seine polaritär manifestierte und ur-sprüngliche, bestehende Beziehung zu seinem Schöpfer bewusst zu erkennen, denn ohne Erkenntnis keine Dankbarkeit und ohne Dankbarkeit keine Schöpfung des Geschöpfes
- Nummer 52:
In Der Polarität GOTTES gehen Seele und Geist bereits aus Der Liebe und Dem Willen GOTTES hervor und verbinden uns untrennbar und ewig mit IHM, noch bevor das Ich diese Verbindung bewusst erkennt, erst das Bewusst-Sein verwandelt die bestehende Teilnahme am GÖTTlichen Sein in eine bewusste Erkenntnis
- Nummer 53:
Auswahl ermöglicht Entscheidung, Reflektion ermöglicht Erkenntnis
- Nummer 54:
Bewusst-Sein beginnt dort, wo das Sein kommunikativ nicht nur Information empfängt, sondern sein eigenes Empfangen und Verarbeiten inhärent kommunikativ reflektierend wahrnimmt
- Nummer 55:
Jede Stimme eines Teils will gehört werden, erst Vernunft verhindert kommunizierend, dass sie für die Stimme des ganzen Ichs gehalten wird
- Nummer 56:
Ohne Bewusst-Sein bleibt die Beziehung zum Schöpfer wie sie ist, doch erst im Bewusst-Sein kann sie erkannt und frei beantwortet werden mit Der einzig additiven Energie der Schöpfung: Dankbarkeit
- Nummer 57:
Wenn Kommunikation als bewegte, lebendige In-Formation basale Bedeutung für unser Sein hat, wieso legen wir dann heute so wenig Wert auf korrekte Sprache?
- Nummer 58:
In der Sprache hat das gemeinsame Bewusst-Sein unzähliger Generationen Erfahrungen von Raum, Bewegung, Veränderung und Wirkung verdichtet
- Nummer 59:
Die Sprache bestätigt nicht automatisch jede intelligente Deutung, doch manchmal bewahrt sie eine Bewegungsstruktur, in der eine tiefere Erkenntnis kommunikativ erstaunlich klar anschlussfähig wird
- Nummer 60:
Die deutsche Sprache fasziniert mich immer wieder ob ihrer inhärenten Präzisionsanlage, betrachten wir doch die „Vorsilbe“ Er-, so erkennen wir, dass wenn sich etwas auf ER- bezieht, dann erfolgt die Wirkung SEINER Kraft
- Nummer 61:
Die Vorsilbe er- bezeichnet nicht bloß eine zusätzliche Eigenschaft, sondern verändert häufig die innere Zeit- und Zielstruktur eines Verbs: Aus einem Zustand wird ein Einsetzen, Übergang, Hervortreten oder Erreichen
- Nummer 62:
Sprachgeschichtlich geht die Vorsilbe er- auf mittelhochdeutsch er- und althochdeutsch ar-/ir- zurück, diese Formen entstanden aus ur- mit räumlicher Bedeutung „aus, heraus, hervor“, womit wirkende Qualität berufen wird in zeitlich-prozessualer Bedeutung
- Nummer 63:
Das deutsche er- trägt grundlegende Vorgangsbedeutungen: Ingangkommen: Etwas beginnt sich zu zeigen oder zu vollziehen, wie bei er-blühen, er-wachen
- Nummer 64:
Das deutsche er- trägt grundlegende Vorgangsbedeutungen: Verwandlung: Etwas verlässt seinen bisherigen Zustand und geht in einen anderen über, wie bei erk-ranken, er-bleichen, er-wärmen
- Nummer 65:
Das deutsche er- trägt grundlegende Vorgangsbedeutungen: Ergebnis oder Erreichung: Ein Prozess gelangt zu einer Wirkung, einem Besitz oder einem Abschluss, wie bei erarbeiten, erlernen, erreichen
- Nummer 66:
Die Vorsilbe er- ist moralisch neutral, das erreichte Ergebnis kann lebensförderlich oder zerstörerisch sein, wie bei er-blühen und er-frieren, polaritär komplementär besagt sie also nicht „gut“, sondern: Ein Vorgang wird wirksam und gelangt zu einem neuen Zustand oder Ergebnis
- Nummer 67:
Das deutsche er- macht in seiner besonderen, energetischen Qualität aus dem bloßen Geschehen einen gerichteten Werdegang und verweist damit inhärent auf Den Sinn im großen Ganzen
- Nummer 68:
Die Vorsilbe er- bedeutet sprachlich: Ein Geschehen setzt ein, führt aus einem Ausgangszustand heraus und gelangt zu einem Ergebnis oder Ziel, der Bezug zu Wirkung einer Kraft, auch Energie genannt, ist bereits inhärent erkannt und formuliert, aber erst durch die Amorologie führen wir das er- wieder zu ER- auf GOTTES Ursprung zurück
- Nummer 69:
Bei er-innern ist die Verbindung der Bedeutung von er- und innerlich besonders eindrucksvoll, denn es kann bedeuten: Etwas liegt innen und wird herausgeholt, aber vernünftig auch: Etwas bislang nicht gegenwärtig Bewusstes tritt in einen Vorgang des Innewerdens und gelangt zu innerer Gegenwart
- Nummer 70:
In der Amorologie heißt ER-Innern, das innerlich Hervortretende nicht nur mit den Augen der gegenwärtigen Stimmung zu betrachten, sondern es angstarm an Der Liebe, Wahrheit, Würde und Verantwortung zu prüfen
- Nummer 71:
Ein Werk, das vom menschlichen Werden spricht, würde sich selbst widersprechen, wenn sein Verfasser beanspruchen würde, bereits vollendet zu sein
- Nummer 72:
Erst in der heutigen Werk- und Bewusst-Seins-Reife darf ich verstehen, warum drei Jahrzehnte des Sammelns einer Veröffentlichung vorausgehen mussten, Die Polaritätslehre mit Amorologie, Schätzen des Geistes, Lexikon des Lichts, Spisk-Modell etc. lassen erst zusammen das Ganze sichtbar werden
- Nummer 73:
Ich hatte bislang weder die Reife, den vollständigen Bezugsrahmen noch das Recht, einzelne Fragmente in verlegerische Hände zu geben, ohne Gefahr zu laufen, dass aus ihnen etwas anderes würde als das Werk, dem sie angehören
- Nummer 74:
So oft wurde ich mit dem vermeintlichen Widerspruch konfrontiert, einerseits spirituell und andererseits menschlich zu erscheinen, doch 1. bin ich geboren von Vater und Mutter, ergo Menschenkind und 2. gibt es hier keine Dualität, nur komplementäre Polarität
- Nummer 75:
Meine Menschlichkeit widerlegt die polaritäre Lehre nicht, sondern stellt mich selbst genauso unter ihre Regeln und Prüfung
- Nummer 76:
Guckt bei mir als Menschenkind unter Menschenkindern doch nicht darauf, dass ich Es sage, guckt doch nur angstarm, vernünftig und liebevoll auf das, was ich zu sagen habe, prüft auf Wahrheit, Kohärenz, Würde und seine absehbaren Folgen
- Nummer 77:
Wie könnte ich die Lehre von der Polarität GOTTES, von Der Liebe und dem Willen, glaubwürdig bezeugen, wenn ich mich selbst außerhalb ihrer angelegt natürlichen Wirkweisen stellen würde?
- Nummer 78:
Wäre ich nicht natürlich der Mensch, der ich bin, wie könnte mein eigenes Werden dankbar energetisch sichtbar machen, dass die Vollkommenheit GÖTTlicher Schöpfung nicht in menschlicher Fehlerlosigkeit, sondern in der Fähigkeit zu liebevollem Bewusst-Sein, freier Ent-Scheidung, Entwicklung und wachsender Kohärenz liegt?
- Nummer 79:
In Der komplementären Polarität GOTTES gibt es weder lieblos, sondern nur liebarm, noch gibt es angstfrei, sondern nur angstarm, denn hier braucht es immer mindestens einen Anteil des anderen Pols, um überhaupt manifest sein zu können
- Nummer 80:
Einen Gedanken zu schützen, darf niemals bedeuten, ihn an das Gewohnte anzupassen, also zu assimilieren oder seiner Tiefe zu berauben, denn Schutz auf Basis von Angst blockiert doch wieder nur

- Nummer 81:
Vernünftige Offenheit entbindet Gedanken nicht von Prüfung, doch ebenso wenig darf Prüfung zum Vorwand werden, dem noch Ungewohnten ängstlich die Möglichkeit seiner Erkenntnis zu verwehren
- Nummer 82:
Demut vor GOTT muss für den Verkündenden ebenso gelten wie für den Verurteilenden
- Nummer 83:
Nur GOTT ist allwissend, vielleicht irre ich mich, dann trage ich Verantwortung für meinen Irrtum, vielleicht aber irrst du dich und dann trägst du Verantwortung dafür, Erkenntnis verworfen zu haben, bevor du sie angstfrei, liebevoll prüfend verstanden hast
- Nummer 84:
Ein Wort an Zweifler und jene, die mir widersprechen: Prüfe meine Worte, aber lösche sie nicht, widersprich mir, aber vernichte nicht den Menschen, dessen Gedanken du noch nicht widerlegen konntest
- Nummer 85:
Erlaube vertrauend auf Die Liebe GOTTES ein Wort: Vielleicht irrst du dich dort, wo du dich im Besitz der ganzen Wahrheit glaubst, prüfe, aber bekämpfe meine Worte nicht, nur weil sie über das hinausgehen, was du bisher für gewiss gehalten hast oder weil sie von mir stammen, richtend, als wäre deine Erkenntnis mit dem Wissen GOTTES identisch
- Nummer 86:
Wahrscheinlich ist all‘ das Wissen, das ich bringen kann, stets unvollständig, vielleicht enthält es Irrtum; vielleicht aber trägt es einen Teil jener Erkenntnis in sich, die helfen kann, liebarme Konfliktentscheidungen zu überwinden, Leid zu vermindern und Leben zu bewahren
- Nummer 87:
Ich bitte den Leser lediglich um jene Demut, die uns beide vor GOTT gleich macht: Prüfe, bevor du verurteilst, verstehe, bevor du verwirfst und vernichte niemals, was du weder vollständig erkannt noch selbst ins Sein gerufen hast, denn wer ein Erkenntnisangebot ungeprüft verwirft, übernimmt Verantwortung dafür, dass seine mögliche heilsame Wirkung nicht mehr erkannt und entfaltet werden kann
- Nummer 88:
Angst konserviert Furchtbares durch isolierende Blockade
- Nummer 89:
Konservativ im Pol der Angst bewahrt und verlängert Leid, nur im Pol der Liebe bleibt alles GÖTTlich so, wie es war, ist und immer sein wird
- Nummer 90:
Als Geschöpfe Des PERFEKTEN sind wir in unserem Sein sicher vollkommen, aber in unserem Werden wohl noch lange nicht vollendet
- Nummer 91:
GOTT allein ist absolut vollkommen, was aus IHM hervorgeht, trägt keinen Mangel, weder an Würde, Sinn oder ursprünglicher Zugehörigkeit
- Nummer 92:
In Der Polarität GOTTES ist unsere sogenannte Imperfektion keine Art Schöpfungsfehler, das ist eine faktische Unmöglichkeit, sondern etwas Präziseres: sie ist so gewollte Unvollendetheit zwecks Entwicklungs-Offenheit
- Nummer 93:
Geschaffensein bedeutet Bewegung, Freiheit und Entwicklung, unser Sein ist unantastbar wertvoll, dabei bleibt unser Bewusst-Sein aber stets unvollständig, unser Selbstwissen korrigierbar und unser Handeln kann der Liebe widersprechen
- Nummer 94:
Ein bereits vollständig wissendes, unveränderliches und nur richtig handelndes Geschöpf könnte nichts wirklich erkennen, wählen oder aus eigenem Willen beantworten, es wäre festgelegt, aber nicht selbst-bewusst
- Nummer 95:
Damit ein geschaffenes Wesen Die Liebe nicht nur empfängt, sondern bewusst erkennt, bejaht und manifestiert, braucht es ein noch unvollständiges Bewusst-Sein, Entscheidungsfreiheit, die Möglichkeit zu Irren, Beziehung, Erfahrung, Zeit, Veränderung und Folgen, sowie die Fähigkeit zur Umkehr, Heilung und Kohärenz
- Nummer 96:
Wir sind perfekt, wie wir sind, bedeutet nicht, dass jede Angst, Verletzung, Gewohnheit oder Handlung richtig wäre
- Nummer 97:
Wir müssen nicht erst wertvoll werden, aber wir dürfen immer wahrhaftiger werden
- Nummer 98:
GOTT erschafft uns nicht als fertige Wiederholungen Seiner Vollkommenheit, sondern als freie Wesen, die Seine Liebe im Erleben selbst erkennen, beantworten und auf ihre eigene Weise manifestieren können
- Nummer 99:
Der Sinn unserer Inkarnation könnte darin liegen, Die Liebe, aus Der wir hervorgegangen sind, nicht nur zu sein, sondern sie im Bewusst-Sein frei zu erkennen, zu wählen und zu leben
- Nummer 100:
Vernunft verhindert den Irrtum: „Ich bin vollkommen, also brauche ich mich nicht zu verändern“, sie lässt uns erkennen: Unser Wert ist schöpferisch vollkommen, aber die Verwirklichung innerer Werte bleibt unsere freie Verantwortung
- Nummer 101:
Die Inkarnation ist kein Abstieg in eine mangelhafte Existenz, sondern der von GOTT eröffnete Frei- und Erfahrungsraum, in dem Seele, Geist, Herz, Verstand und Körper miteinander verbunden werden, damit aus ihrem gemeinsamen Erleben Bewusst-Sein und Selbst entstehen können
- Nummer 102:
Die dualitäre Betrachtung implizierter Überraschbarkeit GOTTES und „Erbsünde“ etc. wirken basal fatal auf unser So-Sein-Empfinden auf dem „Exil-Ort“ Erde, dabei offenbart sich aber auch das fehlende Vertrauen in die Perfektion GÖTTlichen Seins darin
- Nummer 103:
In der Dualität wird im sog. Sündenfall aus menschlicher Unvollendetheit eine ontologische Minderwertigkeit gemacht
- Nummer 104:
Die vereinfachte dualistische Sündenfall-Erzählung kann so wirken, als hätten Adam und Eva GOTTES Plan unvorhergesehen durchkreuzt, worauf ER mit Verbannung und vererbter Schuld reagiert habe
- Nummer 105:
Die dualistische Deutung des Sündenfalls lässt uns unsere Inkarnation als Strafe und unser Menschsein als Makel erleben
- Nummer 106:
Die Möglichkeit, auch anders zu entscheiden, muss von Anfang an Teil jener Schöpfungsordnung sein, in der Bewusst-Sein, Verantwortung und die freiwillige Verwirklichung Der Liebe im Geschöpf selbst entstehen können
- Nummer 107:
In Der Polarität ist SEINE Erde nicht der nachträglich bestimmte Ort unserer Verbannung, sondern der von GOTT eröffnete Raum unseres freien und bewussten Werdens, durch dessen Entwicklung von Dankbarkeit erst die einzig zusätzliche Energie Der Schöpfung aus den Geschöpfen selbst heraus emittiert werden kann
- Nummer 108:
Die Polarität offenbart einen der tiefsten fatalen Anker dualistischen Denkens: die Entheimatung des menschlichen Seins
- Nummer 109:
Wie tief verwurzelt gesellschaftlich das irrtümliche Phänomen ist, zeigt sich sogar im Wort Elend, denn es entstammt dem mittelhochdeutschen ellende und althochdeutschen elilenti = anderes Land, Verbannung, woraus erst später sich die heutige Bedeutung von Not, Leid und Trübsal entwickelte
- Nummer 110:
Elend entspringt ursprünglich dem Empfinden, nicht in der eigenen Heimat zu sein, sich fremd und hilflos fern der Lieben und dem sicheren Vertrauten zu fühlen
- Nummer 111:
Wenn ein Mensch gläubig verinnerlicht, dass sein irdisches Dasein Folge eines „Falls“ sei, sein Körper einer niederen, vergänglichen Welt angehöre, die Erde ein Straf-, Prüfungs- oder Exil-Ort sei und seine eigentliche Heimat erst außerhalb dieser Welt liege, genau dann kann sich basal das Empfinden bilden: „Ich gehöre eigentlich nicht hierher
- Nummer 112:
Aus dualitärer Überlieferung kann ein tiefes ontologisches Fremdheitsgefühl entstehen: Mit meinem Sein stimmt grundsätzlich etwas nicht, ich befinde mich nicht dort, wo ich eigentlich hingehöre, mein Körper und die Erde gehören zu einer gefallenen Wirklichkeit, GOTT begegnet mir als Richter meiner Existenz, ich muss mir Annahme, Sicherheit und Heimkehr erst verdienen
- Nummer 113:
Die dualitäre Ansicht verschiebt unbewusst Verantwortung fatal von der Handlung auf das Sein, also nicht: „Ich habe etwas Lieb-Armes getan“, sondern: „Ich bin schon in meinem Ursprung falsch“, was Wurzeln ontologischer Scham, Existenzangst und Selbstentfremdung in sich birgt
- Nummer 114:
Wenn dualitär das Sein selbst unter Verdacht steht, vermag keine Leistung und kein Gehorsam vollständige Sicherheit zu schaffen, das menschliche System versucht dann immer wieder, seine Daseinsberechtigung zu beweisen, Schuld abzuwehren oder das vermeintlich Böse ins Außen zu projizieren
- Nummer 115:
In Der Polarität gilt: Mein Sein bedarf keiner Rechtfertigung, sondern mein Handeln der steten verantwortlichen Prüfung
- Nummer 116:
Aus dualitärem Exil-Bewusstsein kann eine doppelte Entfremdung entstehen: vom eigenen Sein und von der Erde zugleich, denn was nicht als Teil des eigenen heiligen Seins, sondern als vorübergehende, gefallene Umgebung erlebt wird, lässt sich leichter vernachlässigen, ausbeuten oder zerstören
- Nummer 117:
Die ökologische Gleichgültigkeit ist auf dualitärer Basis vielleicht unbewusst nicht nur ein wirtschaftliches oder moralisches Problem, sondern möglicherweise auch Ausdruck einer sehr alten metaphysischen Entfremdung, die als Art Fremd-U-Boot weitergegeben wird
- Nummer 118:
Dualitäres Empfinden führt kausal ins Exil-Bewusstsein, welches zur Entfremdung vom So-Sein führt, zur Entfremdung das Zugehörigkeitsempfindens, wobei die geschwächte Zugehörigkeit wiederum empfundene Verantwortung dezimiert
- Nummer 119:
Wie sollte der Mensch sich und die Erde wahrhaft lieben, wenn er sie für den Exil-Ort seines gefallenen Seins hält?... Vielleicht beginnt die Gleichgültigkeit gegenüber der Natur unbewusst dort, wo er vergessen hat, dass sie nicht nur seine mangelhafte Umgebung, sondern ein tragender Teil seiner eigenen Inkarnation ist
- Nummer 120:
In Der liebenden Polarität GOTTES ist Seine Erde nicht der Ort, von dem der Mensch erlöst werden muss, sondern der Ort, an dem sich zeigt, ob er Die Liebe frei und verantwortlich zu leben vermag und vom Geschöpf durch Bewusstsein dankbar zum energetischen Schöpfer werden kann
- Nummer 121:
Was der Mensch über seinen Ursprung glaubt, bestimmt basal, wie er sein gegenwärtiges So-Sein empfindet
- Nummer 122:
In Der liebenden Polarität GOTTES glbt es ontologisches Inkarnationsvertrauen als basale Gewissheit, dass unser körperliches, irdisches und relationales So-Sein weder Schöpfungsfehler noch Verbannung ist, sondern der von GOTT eröffnete Raum für die schöpferische next-level-Entwicklung zum Geschöpf als energetischen Dankbarkeits-Schöpfer
- Nummer 123:
In Der Polarität gilt: Ich bin kein GÖTTlicher Fehler im Exil, ich bin ein gewolltes, freies und werdendes Wesen innerhalb der vollkommenen Schöpfung GOTTES
- Nummer 124:
Übrigens gibt es einen weiteren fundamental fatalen Ansatz dualitären Denkens über GOTTES Überraschbarkeit: Die Vorstellung von Luzifer als „misslungener“ Schöpfung oder nahezu gleichmächtigem Gegenspieler GOTTES
- Nummer 125:
Die Betrachtungen zum Fall Luzifers wirken so fatal für unser Sein, dass wir uns dessen im Alltag kaum bewusst werden, denn sie sind wortwörtlich Quelle eines furchtbaren Erlebens
- Nummer 126:
Dualitär betrachtet, gilt: Konnte Luzifer GOTT mit seinem „Fall“ überraschen, wäre GOTT nicht allwissend
- Nummer 127:
Dualitär betrachtet, gilt: War Luzifer von Anfang an böse geschaffen, läge ja sogar der Ursprung des Bösen bei GOTT
- Nummer 128:
Dualitär betrachtet, gilt: Wurde Luzifer unausweichlich zum Fall bestimmt, wäre seine Freiheit nur scheinbar
- Nummer 129:
Dualitär betrachtet, gilt: Kann Luzifer als eigenständige Macht GOTTES Schöpfung durchkreuzen, entsteht statt Monotheismus ein verborgener Zwei-Mächte-Glaube, eine fatale Basis dualitärer Systeme
- Nummer 130:
Problematisch ist vor allem jene vereinfachte dualistische Deutung, die aus Luzifer eine fast eigenständige Gegenmacht und aus der Schöpfung ein kosmisches Schlachtfeld macht, als Quelle ängstlichen Daseins und der ständig implizierten Gefahr
- Nummer 131:
In Der liebenden Polarität GOTTES ist das Böse kein ursprünglicher Gegenpol Der Liebe, hier ist der komplementär zweite GÖTTliche Pol der Wille GOTTES, Der Heilige Geist
- Nummer 132:
Das Böse entsteht in Der Polarität dort, wo ein geschaffener Wille seine Freiheit als Beziehungslosigkeit missversteht und sich selbst ängstlich isoliert, egoistisch als absolut setzt, ergo durch Irr-Tum fehlenden Wissens ums liebende Sein
- Nummer 133:
Vielleicht liegt genau im möglichen Irr-Tum menschlichen Trennungs-Empfindens die tiefste Bedeutung der religiösen Worte von Jesus und Prophet Mohamed: „HERR, vergib‘ ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!
- Nummer 134:
Böses in Der Polarität wird nur dann im Erleben möglich, wenn der menschlich freie Wille nicht mehr nur frei innerhalb Der Liebe sein will, sondern abstrahiert isoliert frei von jeder Beziehung zu Ihr wirken will
- Nummer 135:
In Der Polarität GOTTES ist das sog. Böse reines Un-Wissen um GOTT, Liebe, Polarität und eigenem Sein
- Nummer 136:
Selbstheilung ist auch die Heimkehr aus dem ontologischen Exil in das Vertrauen des eigenen, von GOTT gewollten So-Seins
- Nummer 137:
Die Er-Klärung der Vernunft als so in uns angelegte Bewusst-Seins-Qualitäts-Möglichkeit setzt den freien Willen in Beziehung zum Ganzen und der symbolische „Fall“ offenbart sich als Weigerung des Willens, sich durch Liebe, Wirklichkeit, Beziehung, Erkenntnis und Folgen relativieren zu lassen, er erklärt seine Teilperspektive zum absoluten Ganzen
- Nummer 138:
Luzifer aus Der Liebe betrachtet ist keine zweite göttliche Urkraft, sondern das Sinnbild manifest-isolierter Verabsolutierung des freien Willens im Sein, wobei nicht Freiheit an sich zum Fall führt, sondern die Verwechslung von Freiheit mit beziehungsloser Will-Kür
- Nummer 139:
Angst engt ein und verhindert Tiefe, Tiefe ohne Präzision kann sich verirren, Präzision ohne Offenheit kann verengen, Vernunft verbindet beides im Vertrauen auf Die Liebe
- Nummer 140:
In der Angst findest du niemals die Tiefe liebender Wahrheit polaritären Seins
- Nummer 141:
In Der liebenden Polarität GOTTES offenbart sich die Energie der Dankbarkeit des Geschöpfes als einziges Additivum zur perfekten Schöpfung, die einzige Energie, die nicht schon angelegt da war, sondern erst durch Energie in Form von Bewusst-Sein zusätzlich emittiert werden kann
- Nummer 142:
Psychologisch kann dualistische Deutung tatsächlich fatale Folgen haben, denn wird das Böse als äußere Macht verstanden, so kann der Mensch die Verantwortung für eigene negative Entscheidungen auslagern
- Nummer 143:
In dualistischer Deutung lassen sich Andere oder sogar illusionäre Wesen zu Verkörperungen des „Bösen“ erklären, wodurch Angst, Ausgrenzung, Verfolgung und sogar Gewalt religiös legitimierbar werden
- Nummer 144:
In dualitären Ansätzen muss das eigene Unbewusste nicht integriert werden, weil das Bedrohliche ausschließlich fremd und ins Außen verortet wird
- Nummer 145:
Ist der „Fall“ jedoch das Sinnbild eines Willens, der sich von Der Liebe zu lösen versucht, dann ist das Böse keine zweite Urmacht, sondern die leidvolle Folge verweigerter Beziehung
- Nummer 146:
Die Vollkommenheit GOTTES zeigt sich nicht darin, dass kein Geschöpf „Nein“ sagen kann, sondern darin, dass selbst dieses Nein keine zweite Quelle des Seins erschaffen und Die Liebe niemals endgültig aufheben kann, denn polarität braucht jedes Sein beide Pole vereint in sich, um überhaupt manifest Sein zu können
- Nummer 147:
Wer sich polarität als gewolltes, freies und noch unvollendetes Wesen innerhalb einer vollkommen liebend getragenen Schöpfungsordnung erkennt, kann Verantwortung übernehmen, ohne sein So-Sein verurteilen zu müssen
- Nummer 148:
Die Polarität schliesst wissend die Bewusstseins-Lücke zu möglichen lieb-armen Handlungen als Irr-Tum, sie abstrahiert endlich Würde und Verhalten, denn mein Sein bleibt wertvoll, obwohl mein Handeln irrend, prüfbar und korrigierbar sein darf
- Nummer 149:
Die Polarität offenbart uns die Gnade des Wissens um die faktische Unmöglichkeit lieb-losen Seins, denn alles Manifeste trägt beide Pole in sich, die maximal negative Erscheinungsform ist korrekt gesagt lieb-arm, niemals lieb-los
- Nummer 150:
Die Polarität GOTTES ermöglicht uns eine simple aber heilsame Grundhaltung des Seins: „Geliebter Lieber GOTT, ich weiss nicht alles, nicht mal was ich alles wissen sollte, ich verstehe noch nicht alles, aber ich liebe dankbar…Amen!
- Nummer 151:
Wirkliche Entwicklung bedeutet, einen Gedanken ernst zu nehmen, ihn zu prüfen, notwendige Unterscheidungen zu bewahren und dennoch nicht aus Angst vor seiner Tiefe oder möglichen irdischen oder spirituellen Folgen zurückzuweichen
- Nummer 152:
Angst bewahrt furchtbaren Irr-Tum, nur Liebe löst ihn vertrauend auf
- Nummer 153:
Psychologische und biochemische Verfahren können Wahrnehmung, Erinnerung, Urteilsfähigkeit, Selbstbild und Handlungssteuerung erheblich beeinflussen, aber nicht das Selbst ersetzen
- Nummer 154:
Manipulation, vor allem durch perfide egoistische Charaktere, wirkt wie ein internalisierter Fremdwille und erscheint subjektiv wie Eigenwille, wird somit zu einem sog. Fremd-U-Boot in dir
- Nummer 155:
Ein FAR-Fremd-U-Boot ist eine übernommene Erwartungs-, Wertungs- oder Willensstruktur, die im Selbstwissen nicht mehr als fremd erkannt wird, sie wird dann für „eigen“ gehalten, obwohl ihre Entstehung nicht aus freier, informierter Selbstklärung hervorging
- Nummer 156:
Psychologische Konditionierung ist zunächst ein neutraler Lernvorgang: Erlebnisse, Reize und Handlungen werden mit Folgen verbunden; manipulativ wird sie, wenn ein Dritter diese Lernbedingungen absichtlich, verdeckt und gegen die selbstbestimmten Interessen des Menschen gestaltet
- Nummer 157:
Manipuliert wird nicht das ganze Ich, sondern insbesondere: die Informationen, welche das Ich erhält, die Bedeutung, die es Ereignissen gibt, seine Erwartung von Belohnung, Strafe, Zugehörigkeit oder Verlust, seine Erinnerung und sein Selbstbild sowie die Voraussetzungen, unter denen Wille entscheidet
- Nummer 158:
Besonders wirksam sind pharmakologisch erleichterte psychologische Fremdbeeinflussungen: Eine Substanz vermindert Wachheit, Erinnerung, Hemmung oder Vernunftfähigkeit, der Dritte liefert durch Sprache, Drohung, Täuschung oder Beziehung den semantischen Inhalt, der Betroffene kann diesen Inhalt schlechter prüfen, zurückweisen oder erinnern
- Nummer 159:
Psychologische Fremdkonditionierung verändert die Informations-, Bedeutungs- und Entscheidungsbedingungen, unter denen das Ich sich selbst erkennt und handelt
- Nummer 160:
Fremdeinfluss kann das Selbstwissen verfälschen und seine Verfügbarkeit beeinträchtigen, aber das Ich und sein Selbst nicht durch einen fremden Willen ersetzen, auch hier wirkt Heilung nur durch Selbst-(Er)-Kenntnis
- Nummer 161:
Was einen Menschen beeinflusst, ist nicht mit seinem Wesen identisch, das Ich bleibt größer als jede Konditionierung, jede vorübergehende Bewusstseinstrübung und jedes übernommene „Fremd-U-Boot
- Nummer 162:
Was vom Selbst als fremd erkannt wird, kann geprüft, neu eingeordnet und schrittweise aus der eigenen Willens- und Lebensführung gelöst werden
- Nummer 163:
Der Mensch kann beeinträchtigt werden, aber ohne im Kern Eigentum eines fremden Willens zu werden, solange er sich dessen bewusst wird