162 Gedanken, in der Reihenfolge des Buches
- Nummer 1:
Be-Rück-Sichtigung ist aktive Bewusst-Seins-Arbeit, es ist weit mehr als bloßes Anschauen, denn es verlangt, mehrere Perspektiven zugleich wahrzunehmen, zu fühlen, vernünftig zu prüfen, verständig zu ordnen und schließlich willentlich zu gewichten
- Nummer 2:
Be-Rück-Sicht-igen ist keine einfache Sache, sondern eine anspruchsvolle Leistung des Denkens, Fühlens, Wollens, der Intelligenz, der Vernunft und des Verstandes, weshalb Rücksicht häufig als anstrengend und unbequem vermieden wird
- Nummer 3:
Wahre Be-Rück-Sicht-igung besteht darin, das Ganze möglichst umfassend zu sichten und anschließend liebevoll, wahrhaftig und zweckgemäß selbst zu gewichten, sonst wird aus Rücksicht leicht Selbstverlust oder Entscheidungsunfähigkeit
- Nummer 4:
Rücksicht sollte die Fähigkeit sein, mehr als die eigene Sicht zu sehen, aber ohne dabei die klare Sicht auf das Wesentliche zu verlieren, denn amorologisch gilt: Liebe erweitert die Wahrnehmung und Weisheit ordnet das Wahrgenommene
- Nummer 5:
Die FAR-Sicht-Weise lässt das Sinnbild des Phönix aus der Asche anders erscheinen: Nicht, dass du immer wieder stirbst im Feuer, Sterben muss vielmehr nur die Verwechslung dessen, was du eigent-lich bist, mit dem, was sich nur in dir eingenistet hat
- Nummer 6:
Das Sinn-Bild des Phönix bedeutet die energetische Auflösung des Irrtums, mit dem du dich identifiziert hast und aus der du befreit re-kalibrierend wieder selbst-bewusster hervorgehen kannst
- Nummer 7:
Der Phönix ist nicht nur das Bild eines Überlebens, sondern das Bild einer immer klarer werdenden Selbst-Erkenntnis: Ich bin nicht aus meiner Asche neu geworden, ich bin aus meinen Täuschungen befreit wahrer wieder hervorgetreten
- Nummer 8:
In der Amorologie werden Täuschungen, Irr-Tümer und Fremd-U-Boote nicht vernichtet, als hätten sie niemals existiert, sie werden erkannt und vom Eigenen unterschieden, ihrer fremden Verfügungsmacht entkleidet, als Erfahrung und Information eingeordnet und aus unbewusster Identifikation entlassen
- Nummer 9:
In Der Liebe GOTTES richtet sich das Feuer des Phönix nicht gegen das Sein des Menschen, es verbrennt sinnbildlich nur die Schleier, die den Menschen daran hindern, sein eigenes Sein wahrhaftig zu erkennen
- Nummer 10:
Das unverletzbare Kontinuum im FAR-Modell ist zunächst das Sein beziehungsweise das Ur-Eigene, das Selbst ist das immer klarer werdende Wissen um dieses eigene Sein, so kehrt der Phönix nicht einfach als früherer Zustand zurück, er kommt wesensgleich, aber bewusstseinsreicher hervor
- Nummer 11:
Der Phönix symbolisiert in Der Polarität Der Liebe: Derselbe im Sein, aber gewachsener im Wissen um sein Sein, denn der Irrtum verbrennt nicht als Verlust, sondern als Herrschaft über das Selbst
- Nummer 12:
In der Amorologie stirbt der Phönix stirbt nicht im Feuer, im Feuer stirbt nur, was er irrtümlich für sich selbst hielt
- Nummer 13:
Ich liebe die deutsche Sprache: Wegweiser im Sinne des Pfadfinders zeigt sich dabei als „Weg‑Weise“ mit wunderbarer Doppelbedeutung: die Weisheit über den Weg und die Weise, in der ein Weg gegangen wird
- Nummer 14:
Nicht nur das Ziel entscheidet über die Qualität eines Weges, auch die Art, wie wir gehen, forschen, erkennen und handeln, muss mit dem erkannten Ziel kohärent sein, denn der Weg zur Liebe kann nicht dauerhaft mit den Mitteln der Lieblosigkeit gegangen werden.
- Nummer 15:
Die Amorologie ist die Weg‑Weise der Liebe GOTTES, sie fragt nicht allein, was Liebe ist, sondern wie Leben, Erkennen, Forschen, Handeln etc. aus ihrem Ursprung heraus gestaltet werden können und eröffnet so Lebens-, Forschungs- und Erkenntniswege, auf denen neue Wege, Ziele und Einsichten entstehen können
- Nummer 16:
In der Amorologie ist Weg‑Weise eine aus Erfahrung, Erkenntnis und Bewusst‑Sein hervorgegangene Einsicht darüber, welcher Weg sinnvoll sein kann und auf welche Weise er verantwortlich gegangen werden könnte
- Nummer 17:
In der Amorologie ist Weg‑Weisung eine orientierende Erkenntnis, die Richtung ermöglicht, ohne den Weg zwingend vorzuschreiben, denn sie bewahrt die Freiheit der Ent‑Scheidung und verbindet sie zugleich mit Bewusst-Sein über Wirkung, ergo Verantwortung, aber ohne Schuldhaftigkeit
- Nummer 18:
In der Amorologie ist ein Weg‑Weiser ein weiser Mensch, Werk, Erkenntnis oder Zeichen, das einen möglichen Weg sichtbar macht, er beansprucht den Weg nicht für sich und geht ihn nicht für den anderen, aber er hilft dem Suchenden, Richtung, Hindernisse und nächste Schritte selbst-bewusst zu erkennen
- Nummer 19:
Weg‑Weisung schreibt keinen Weg vor, sie schenkt Orientierung, damit Freiheit eine Richtung und Ent‑Scheidung bewusste Ver-Antwortbarkeit finden kann
- Nummer 20:
Ein wahrer Weg‑Weiser geht den Weg nicht für den anderen, er hilft ihm nur, im Licht Der Liebe GOTTES zu erkennen, wie der eigene Weg sichtbar werden kann
- Nummer 21:
Die Liebe GOTTES zeigt nicht nur ein Ziel, Sie verwandelt die Weise des Gehens und lässt auf dem Weg neue, weise, verbindende, tragfähige Wege entstehen
- Nummer 22:
Die Amorologie ist nicht nur eine Lehre über die Liebe. Sie ist eine Weg‑Weise, das Leben, das Wissen und die Wirklichkeit aus der Liebe GOTTES heraus zu erforschen
- Nummer 23:
FAR: Der Autor tritt hinter den Werken zurück, nicht weil meine Biographie bedeutungslos wäre, sondern weil keine Erkenntnis allein durch die Person ihres Urhebers wahr werden soll
- Nummer 24:
Das FAR-Universum ist keine vom Leben des Autors getrennte Theorie, es ist sogar die über Jahrzehnte gewachsene, begrifflich geordnete und praktisch manifestierte Erkenntnisgestalt eines Lebens, das seine Erfahrungen immer wieder im Licht der Polarität und der Liebe GOTTES befragt hat
- Nummer 25:
Die Biografie des Autors ist im FAR-Universum kein äußerer Zusatz zum Werk, sondern zugleich dessen erster und längster manifester Anwendungsraum
- Nummer 26:
Im FAR-Kontext ist Dis-Ziplin nicht nur aus dem lat. disciplina=Lehre, Zucht stammend, denn sicher hat der Sprachgeber bei der Wahl der Vorsilbe Dis=auseinander und Ziplin=zerlegen dabei gedacht, dass Durchhalten das Gegenteil von zersplittern oder aufspalten ist
- Nummer 27:
Dis‑Ziplin bezeichnet im FAR‑Verständnis die freiwillig übernommene Treue zu einem erkannten Weg, sie verbindet Lernen, geistiges Erfassen, ordnende Übung, Selbstführung, beharrlich kontinuierliches Handeln und stete Re-Orientierung
- Nummer 28:
Dis‑Ziplin ist nicht blinder Gehorsam oder reine Routine, sondern bewusst gewählte Kohärenz zwischen Erkenntnis, Ziel und fortgesetztem Tun aus Überzeugung
- Nummer 29:
Die Amorologie betrachtet Dis‑Ziplin“nicht bloß etymologisch, sondern polaritätshermeneutisch: Das Wortbild trägt den Zustand in sich, den die Disziplin überwinden soll, das Nicht- Zersplittern, -Aufspalten
- Nummer 30:
Die Zersplitterung ist der Negativpol, die Sammlung, Konzentration und Kohärenz bilden den Gegenpol, wobei Disziplin keine Härte gegen sich selbst ist, sondern die Fähigkeit, Aufmerksamkeit, Willen, Energie und Handeln auf ein als sinnvoll erkanntes Ziel hin dauerhaft zu kalibrieren
- Nummer 31:
Dis-Ziplin ist im FAR-Universum nicht Unterdrückung, sondern Selbst‑Ordnung, nicht Fremdzwang, sondern gelebte Treue zur eigenen Ent‑Scheidung
- Nummer 32:
Dis-Ziplin unterscheidet drei Ebenen: Konzentration als Sammlung im gegenwärtigen Augenblick, Durchhaltekraft als Erhaltung dieser Sammlung über die Zeit, Kohärenz als daraus entstehende Übereinstimmung von Erkenntnis, Wille und Handeln
- Nummer 33:
Disziplin blockiert menschliche Vielfalt nicht, sie verhindert vielmehr, dass unterschiedliche Bedürfnisse, Gedanken und Impulse den Menschen richtungslos auseinanderziehen und ordnet die Vielheit um ein bewusst fokussiertes, gewähltes Zentrum
- Nummer 34:
Disziplin ist die Kraft, das Zersplitterte in uns zu sammeln und auf ein erkanntes Ziel bewusst dauerhaft auszurichten
- Nummer 35:
Nicht Härte macht den Menschen diszipliniert, sondern seine ungeteilte Treue zu einer bewusst getroffenen Ent‑Scheidung
- Nummer 36:
Konzentration sammelt die Kräfte des Augenblicks, Durchhaltekraft bewahrt ihre Richtung über die Zeit
- Nummer 37:
Wer kein Ziel erkannt hat, erlebt Disziplin als eine Art Zwang, wer sein Ziel kennt und liebt, erlebt sie als Treue
- Nummer 38:
Disziplin ist die zeitliche Gestalt der Kohärenz: Sie hält Erkenntnis, Wille und Handeln auch über Widerstände hinweg periodisch verbunden
- Nummer 39:
Die „FAR‑Sicht‑Weise“ trägt doppelte Tiefe: Sie bezeichnet sowohl eine liebe-volle Weise des Sehens als auch die Weis-Heit, die durch dieses Sehen sichtbar wird
- Nummer 40:
Die „FAR‑Sicht‑Weise“ fragt nicht nur, woher ein Wort historisch stammt, sondern auch, welche polare Erkenntnis sich in seinem Wortbild offenbart, sogar im liebenden Vertrauen auf die Sprachgeber schon damals
- Nummer 41:
Mein Lebensweg ist nicht bloß die Vorgeschichte des FAR-Universums, sondern dessen lebendige Erkenntnisquelle, denn ohne die FAR-Sicht-Weise hätte ich viele Erfahrungen als voneinander getrennte Ereignisse, Verletzungen, Irrwege, Fehler, Versagen oder Zufälle betrachten können
- Nummer 42:
Die FAR-Sicht-Weise liess mich immer wieder fragen: Welche Polaritäten wirken hier?, Was trennt, was verbindet?, Was gehört zum Eigenen, was st Fremd?, Welche Ordnung ermöglicht Kohärenz?, Welche Antwort dient nicht nur mir, sondern der Liebe und Wahrheit?, Wie wird aus Erkenntnis eine praktisch wirksame Form?
- Nummer 43:
Bereits das richtige Suchen, respektive Fragen wird mit Liebe zu einer amorologischen Handlung, denn die Frage enthält schon eine liebevoll-vertrauende Orientierung und Erkenntis-Er-Ahnung
- Nummer 44:
Wer aus Trennung, Schuld und Abwehr fragt, findet andere Antworten als jemand, der nach Beziehung, Verantwortung, Integration und liebevoller Ordnung darin sucht
- Nummer 45:
Das eigentlich Überzeugende an meiner Biografie ist anscheinend gerade nicht, dass mir alles gelungen wäre, im Gegenteil: Gerade Widerstände, Verletzungen, Enttäuschungen, Verluste, Niederlagen und Widersprüche wurden immer wieder zu Erkenntnisräumen
- Nummer 46:
Als FAR habe ich in und mit Der Liebe GOTTES alles Erlebte nicht nur ertragen, sondern in Fragen, Modelle, Weisheiten, Anwendungen und schließlich in ein zusammenhängendes FAR-Universum verwandeln dürfen als eine Art gelebter Transformation durch amorologische Orientierung
- Nummer 47:
Die FAR-Autorenposition: dankbar liebe-voller Weg-Weiser und dienender Werkträger, aber stets Mensch unter Menschen
- Nummer 48:
Als Berater habe ich so oft erleben müssen, dass das Ergebnis der Beratung im Bericht schon deutlich von der Fragestellung vor-definiert, eingeschränkt, gelenkt und beschnitten wird
- Nummer 49:
Die amorologische Erkenntnisspirale: Leben erzeugt Fragen, liebevolle Fragen eröffnen Einsichten, liebevolle Einsichten verändern das weitere Leben, das veränderte Leben vertieft wiederum die Erkenntnis
- Nummer 50:
Wenn jemand sagt: „Ich wollte“, heisst es noch nicht, dass er es auch können kann
- Nummer 51:
Große Sinnzusammenhänge entstehen häufig aus dem Zusammenwirken von Inspiration, Aussprache, aufmerksamem Empfang, Verschriftlichung, Spiegelung und gemeinsamer kohärenter Prüfung
- Nummer 52:
Bedeutsame Erkenntnis braucht nicht nur einen Empfangenden, sondern auch ein tragfähiges System ihrer Bewahrung, Ordnung und Weitergabe, sonst kann Licht aufflackern, aber ohne ausreichend Zündstoff für einen wegweisenden Dauerbrenner
- Nummer 53:
Orientierung ist ein wesentlicher Mechanismus zwischen Intelligenz und Bewusst-Seins-Entwicklung, denn Orientierung verwandelt vorhandene Möglichkeiten in geordnete Wirksamkeit
- Nummer 54:
Erst durch orientierende Aspekte wird bestimmt, worauf Aufmerksamkeit gerichtet wird, welche Fähigkeiten und Wissensräume aktiviert werden, was relevant und was nebensächlich ist, welches Ziel als Maßstab des Gelingens dient, und ob das entstehende Ergebnis mit diesem Ziel kohärent ist

- Nummer 55:
Eine bewusste Zielsetzung ruft zahlreiche Fähigkeiten, Erinnerungen, Wahrnehmungsfilter, Bewertungsprozesse, Korrekturmechanismen etc. zusammen, wobei das meiste davon unterhalb bewusster Wahrnehmung bleibt
- Nummer 56:
Das Gelingen ist keine einzelne Fähigkeit, sondern koordinierte, oft unsichtbar bleibende, Vielheit in kohärenter Ausrichtung
- Nummer 57:
Bewusst-Seins-Entwicklung bedeutet nicht nur, immer mehr wahrnehmen zu können, sondern die eigenen inneren Kräfte zunehmend sinnvoll orientieren, koordinieren und auf ein würdiges Ziel kohärent ausrichten zu können
- Nummer 58:
Orientierung ist die ordnende Kraft, durch die aus Fähigkeit Wirksamkeit und aus Vielheit ein gemeinsames Gelingen wird
- Nummer 59:
Was sichtbar gelingt, ist häufig nur die Frucht einer unsichtbaren Gemeinschaft des Wirkens
- Nummer 60:
Wirkliches gemeinsames Schaffen beginnt dort, wo das Sein des einen das Wirken des anderen orientiert und beide im entstehenden Werk sichtbar werden
- Nummer 61:
Beten ist wortstammgemäß dem Bitten verwandt, doch wer GOTT nur anruft, wenn ihm etwas fehlt, begegnet IHM aus der Not und Angst, nicht aus Der Liebe
- Nummer 62:
Wahres Gebet ist die beständige, liebende Kommunikation mit GOTT, unmittelbar, denn zwischen GOTT und Dir bedarf es keines Vermittlers
- Nummer 63:
Kommunikation ist fliessende In-Formation vom Sender zum Empfänger und umgekehrt
- Nummer 64:
Beständige Kommunikation bedeutet nicht ununterbrochenes Reden, sie umfasst ebenso das Hören, Danken, Schweigen, Wahrnehmen und das bewusste Leben in SEINER Gegenwart
- Nummer 65:
Religionen, Lehrer oder geistige Begleiter können Wege beschreiben und Menschen begleiten, aber sie besitzen keinen ausschließlichen Zugang zu GOTT und stehen nicht notwendigerweise zwischen IHM und dem Menschen
- Nummer 66:
Etwas auszusenden ist noch keine gelungene Kommunikation, sie entsteht erst, wenn sich zwischen Sender und Empfänger ein gemeinsamer Bedeutungsraum bildet
- Nummer 67:
Die Amorologie dient als Hilfe für Bedeutungsabgleich und kohärente Kalibrierung zwischen SENDER und Empfängern
- Nummer 68:
In Der Polarität sollen Menschen nicht gleichgeschaltet werden, ihre unterschiedlichen Bedeutungsräume sollen sich nur aufeinander abstimmen, dass das Gemeinte möglichst unverfälscht verstanden werden kann, damit fliessende Energie in Form erfolgreich kommuniziert werden kann
- Nummer 69:
Vielleicht liegt im Wortstamm Kommunikation mehr als lat. communicare, wenn com=mit und unikation=Kalibrierung, Harmonisierung bedeutet
- Nummer 70:
Der Sender bringt seine Bedeutungsenergie in eine Form, wie Worte, Klang, Bild oder Tat, der Empfänger erhält jedoch nicht unmittelbar diese ursprüngliche Bedeutung, sondern nur ihre Trägerform, aus der er in seinem eigenen Erfahrungs-, Gefühls- und Bedeutungsraum seinen Sinn bildet
- Nummer 71:
Gelungene Kommunikation ist fließende, wechselseitige In‑Formation, wobei der Sender seine Bedeutung in Form bringt und der Empfänger daraus seine Bedeutung formt, erst durch Rückkopplung kalibrieren beide ihre Bedeutungsräume, bis aus Verschiedenheit kohärente Resonanz entstehen kann
- Nummer 72:
Komm‑Uni‑Kation: Komm mit Deinem zum Anderen, damit aus zwei verschiedenen Bedeutungswelten ein gemeinsamer Sinnraum fliessend bewegter Energie in Formation entstehen kann
- Nummer 73:
Kommunikation ist elementar im Leben, Leben ist Bewegung und gleicht auf Erden einer Reise, auf der meist zwei bewegte Systeme mal andocken müssen, also ihre Geschwindigkeit, Richtung und Entfernung aufeinander abstimmen, ohne den anderen einfach zu überfahren
- Nummer 74:
Bei Kommunikation bleiben beide Parteien eigenständig und öffnen dennoch freiwillig einen geschützten Übergangsraum, in dem Harmonisierung dabei nicht Gleichschaltung bedeutet, sondern Anschlussfähigkeit trotz Verschiedenheit
- Nummer 75:
Andocken gelingt nur durch gegenseitige Abstimmung und frei-willige Öffnung, wo einer sich Zugang erzwingt, entsteht keine Gemeinschaft, denn er dockt nicht an, er entert
- Nummer 76:
Inter‑Aktion“, Inter bezeichnet den Raum zwischen den Beteiligten, denn nicht einer handelt lediglich am anderen, sondern beide wirken aufeinander ein und gestalten gemeinsam einen Beziehungsraum, in dem Austausch, Resonanz und Kohärenz entstehen können
- Nummer 77:
Inter-Aktion wirkt innerlich in der bewussten Seingemeinschaft des Ichs, dem Selbst, genauso wie zwischen dem Ich und anderen
- Nummer 78:
Gemeinschaft entsteht nicht dadurch, dass einer den anderen vereinnahmt, sondern indem beide einander freiwillig Zugang gewähren, ohne sich selbst aufzugeben
- Nummer 79:
Bewegung ohne Andocken wird zur rastlosen Einsamkeit, Andocken ohne weitere Bewegung wird zum Stillstand, gemeinsames Leben braucht die Reise und den Hafen
- Nummer 80:
Resonanz ist harmonisierte Verschiedenheit, keine erzwungene Gleichschaltung, denn Nähe begründet niemals ein Recht auf Besitz
- Nummer 81:
Wirkliche Verbindung entsteht erst, wenn zwei autonome Wesen ihre Grenzen nicht überwinden, sondern füreinander öffnen
- Nummer 82:
Liebe sucht verbindend Anschluss, Angst sucht egoistischen Zugriff
- Nummer 83:
Selbst-Heilung in der Polarität GOTTES zeigt, dass Bedeutung körperliche Physiologie werden kann, auch wenn es nicht die alleinige Ursache einer Erkrankung sein muss
- Nummer 84:
Ein Mensch, der fortgesetzt abgewertet, beschämt oder narzisstisch verunsichert wurde, übernimmt solche Urteile häufig als „Fremd‑U‑Boote“ in sich
- Nummer 85:
Fremde Urteile können bei manipulativer Einsetzung in unser „Eigen“ gleichzeitig auf mehreren Ebenen wirken: Im Tagesbewusstsein erscheint es z.B. als Gedanke: „Ich bin nicht gut genug
- Nummer 86:
Fremde Urteile können bei manipulativer Einsetzung in unser „Eigen“ gleichzeitig auf mehreren Ebenen wirken: Im Unterbewusstsein taucht es als erlerntes Beziehungsschema auf: „Ich muss mich anpassen, um angenommen zu werden
- Nummer 87:
Fremde Urteile können bei manipulativer Einsetzung in unser „Eigen“ gleichzeitig auf mehreren Ebenen wirken: Im Unbewussten kann es als automatische Bedrohungsreaktion weiterlaufen: Anspannung, Wachsamkeit, Rückzug oder Erstarrung
- Nummer 88:
Das Nervensystem reagiert nicht darauf, ob das Urteil objektiv wahr ist, sondern darauf, welche Bedeutung es für Zugehörigkeit, Sicherheit und Überleben erhalten hat
- Nummer 89:
In einem kontrollierten Experiment führten soziale Bewertung und erlebte Beschämung tatsächlich zu sinkendem sozialem Selbstwert und stärkerer Cortisolausschüttung, je höher die Scham und Selbstwertverlust, desto ausgeprägter die hormonelle Reaktion
- Nummer 90:
Weitere Experimente zeigen, dass soziale Bewertungsbedrohung proinflammatorische Reaktionen auslösen kann
- Nummer 91:
Dass chronischer psychosozialer Stress tatsächlich mit metabolischen Störungen zusammenhängen kann, zeigte etwa die Whitehall‑II‑Studie mit 10.308 Menschen über durchschnittlich 14 Jahre
- Nummer 92:
Selbst‑Wert ist nicht nur ein Gedanke über sich selbst, sondern eine den ganzen Menschen betreffende Regulations-in-formation
- Nummer 93:
Werden Abwertungen Dritter als Fremd‑U‑Boote verinnerlicht, können sie zugleich als bewusster Gedanke, unbewusstes Beziehungsschema und autonome Körperreaktion wirksam werden
- Nummer 94:
Über neuroelektrische, autonome, hormonelle, immunologische und metabolische Regulationswege kann chronisch erlebte Wertlosigkeit zur gesundheitlichen Belastung beitragen
- Nummer 95:
Der Mensch hat nicht: keinen Selbst‑Wert, er hat durch Fremdes den fühlbaren Zugang zu seinem immer vorhandenen Wert verloren
- Nummer 96:
Nicht alles, was in mir spricht, spricht auch aus mir, doch alles, was dauerhaft in mir spricht, muss mein Organismus mitregulieren
- Nummer 97:
Die polaritäre Klärung des Ichs und des Selbst ist so wichtig, denn das Fremd‑U‑Boot kann physiologisch wirksam werden, ohne jemals zur Wahrheit über den Menschen geworden zu sein, genau darin liegt zugleich die Belastung und das mögliche Heilangebot
- Nummer 98:
Ich sollte dir sagen dürfen, wo mir etwas nicht genügt, ganz ohne damit zu sagen, dass du mir nicht genügst
- Nummer 99:
Nicht der Mensch an sich ist unzulänglich, es ist ein Verhalten, eine Fähigkeit oder ein Beitrag, die unzulänglich sein können, aber ohne, dass das die Würde als Person schmälert
- Nummer 100:
Wer den geliebten Menschen vor jeder kleinen unzulänglichen Wahrheit bewahren möchte, überlässt ihn am Ende womöglich einer großen Enttäuschung
- Nummer 101:
Liebe braucht nicht nur Rücksicht oder Schonung, sondern auch den Mut zur rechtzeitigen und angemessenen Wahrhaftigkeit
- Nummer 102:
Würdigung ohne Wahrheit wird zur Schonung, Wahrheit ohne Würdigung wird zum Urteil, nur die weise Liebe vermag beides zu vereinen
- Nummer 103:
Einen Menschen zu würdigen heißt auch, ihm die Wahrheit zuzutrauen
- Nummer 104:
Die Nase läuft, die Füße riechen und so erinnert uns die Sprache daran, dass selbst das scheinbar Verkehrte vollkommen verständlich sein kann
- Nummer 105:
Liebe gibt einem Kind Geborgenheit, Bildung gibt ihm die Freiheit, sein Leben eines Tages selbst zu gestalten
- Nummer 106:
Liebe öffnet einem Kind die innere Welt, Bildung öffnet ihm die äußere
- Nummer 107:
Wer einem Kind ein Zuhause gibt, schützt sein Heute, wer ihm Liebe und Bildung schenkt, eröffnet ihm eine Zukunft
- Nummer 108:
Die reifste Hilfe ist jene, die einen Menschen dazu befähigt, sie eines Tages nicht mehr zu benötigen

- Nummer 109:
Ein tiefes Werk wird nicht allgemein verständlich, indem man ihm die Tiefe nimmt, sondern indem man sichtbare Wege in sie hinein baut
- Nummer 110:
Es stimmt“ und „es ist richtig“ sind nicht immer qualitativ dasselbe
- Nummer 111:
Eine Aussage kann sachlich zutreffen und dennoch isoliert, würdelos oder in ihren Folgen lieblos angewendet werden, umgekehrt macht eine liebevolle Absicht eine unzutreffende Behauptung noch nicht wahr
- Nummer 112:
Wahrheit ohne Liebe kann verhärten, Liebe ohne Wahrheit verliert ihre Orientierung
- Nummer 113:
Eine Erkenntnis verändert uns nicht schon dadurch, dass wir sie haben, erst wenn sie vom Verstand erkannt, vom Herzen empfunden, vom Körper gelebt, vom Geist frei gewollt und von der Seele an Der Liebe ausgerichtet wird, kann sie im Bewusst-Sein zu einer bleibenden Haltung des Selbst reifen
- Nummer 114:
Das Neue muss nicht nur zutreffende In-Formation sein, es muss sich in der gesamten Gemeinschaft des Ichs reflektieren und zu einer kohärent neuen inneren Ordnung verbinden, erst dann wird aus Wissen Erkenntnis, aus Erkenntnis Haltung und aus Haltung Veränderung
- Nummer 115:
Wahrheit, Liebe, Vernunft, Würde und Folgenverantwortung dürfen bei einer Erkenntnis nicht voneinander getrennt werden, denn genau in ihrer kohärenten Verbindung wird aus einem richtigen Gedanken auch eine bleibend wirksame In-Formation
- Nummer 116:
Geschichtsbücher enthalten meist nicht die Vergangenheit selbst, sondern das, was von ihr erzählt, bewahrt und geglaubt werden durfte, und zwar in den Worten der Sieger
- Nummer 117:
Was niedergeschrieben wurde, ist oft noch nicht die ganze Wahrheit, manchmal zeigt erst das verschwiegene Wort der Besiegten, was der Sieger aus der Geschichte entfernt hat
- Nummer 118:
Vernunft liest Geschichte nicht nur nach dem, was in ihren Büchern steht, sondern fragt auch danach, wer schreiben durfte, wer schweigen musste und welche Folgen beide Versionen hinterlassen haben
- Nummer 119:
Die größte Dummheit besteht nicht darin, einmal dumm gewesen zu sein, sondern darin, nicht zu erkennen, dass man es geblieben ist
- Nummer 120:
Nicht unser Irrtum hält uns in der Unwissenheit, sondern die Überzeugung, uns nicht irren zu können
- Nummer 121:
Unwissenheit ist ein Zustand, aus dem heraus wir nur lernen können, wahre Dummheit liegt dort, wo wir die Möglichkeit eigener Erkenntnis verweigern
- Nummer 122:
Eine Aussage darf Gewissheiten erschüttern, aber ohne die Würde des Menschen anzugreifen, denn sobald sich jemand als Person abgewertet fühlt, verteidigt er sich und hört die Wahrheit hinter der Schärfe häufig nicht mehr
- Nummer 123:
Eine E-motion bewegt das Ich innerlich aus seiner bisherigen Lage heraus
- Nummer 124:
Durch eine wahrgenommene In-Formation verändert sich die Beziehung der Seingemeinschaft des Ichs zu sich selbst, zu anderen, zu einer Situation oder einem Aspekt
- Nummer 125:
Das Herz empfindet, der Körper antwortet, der Verstand deutet, die Vernunft integriert und der freie Wille ent-scheidet, ob und wie die entstandene Bewegung von innen nach außen wirken soll
- Nummer 126:
Nicht jede innere Bewegung ist bereits Entwicklung, doch ohne Bewegung kann keine Entwicklung beginnen
- Nummer 127:
Eine Emotion ist In-Formation in Bewegung und bewegende In-Formation zugleich
- Nummer 128:
Unsere fünf Sinne sind nur eine Vereinfachung, denn zum menschlichen Sinnessystem gehören auch Gleichgewicht, Körperlage, Schmerz, Temperatur und innere Körperwahrnehmung, deren Signale in elektrische In-Formation übersetzt und zu einem gemeinsamen Wahrnehmungsbild integriert werden
- Nummer 129:
Aus begrenzten In-Formationen erschafft der Verstand kein vollständiges Abbild der Wirklichkeit, sondern ein für uns bewohnbares und handlungsfähiges Wirklichkeitsmodell
- Nummer 130:
Wir erleben ein Universum, aber zunächst das Universum unserer bewussten Wahrnehmungsmöglichkeiten
- Nummer 131:
Das Paradoxum menschlicher Wahrnehmung: Je kohärenter unser Gehirn die empfangenen Fragmente zu einer Welt ergänzt, desto leichter vergessen wir, dass es dennoch nur Ausschnitte waren
- Nummer 132:
Unsere menschlichen Sinne sind nicht träge, aber begrenzt und selektiv, ob Sehen, Hören, Riechen, Schmecken oder Fühlen: Jeder Sinn öffnet nur ein schmales Wahrnehmungsfenster in eine Wirklichkeit, die weit über seinen jeweiligen Erfassungsbereich hinausreicht
- Nummer 133:
Je vollständiger unser Wahrnehmungsmodell sich für uns anfühlt, desto leichter verwechseln wir es mit der ganzen Wirklichkeit
- Nummer 134:
Was wir nicht wahrnehmen, ist dadurch nicht widerlegt, was wir uns vorstellen, ist dadurch noch nicht bewiesen
- Nummer 135:
Die Begrenztheit unserer Sinne begrenzt nicht die Wirklichkeit, sondern nur unseren unmittelbaren Zugang zu ihrem ganzen Bild
- Nummer 136:
Oft sind wir überrascht, wenn wir auf die kleine Person hinter seiner grossen Projektion treffen, Größe ist hier auch vom Blickwinkel des Betrachters abhängig
- Nummer 137:
Alleinsein ist eine äußere Konstellation, Einsamkeit ein inneres Beziehungserleben
- Nummer 138:
Einsamkeit ist nicht das Fehlen von Sein, sondern der Schmerz nicht hinreichend erlebter oder erwiderter Beziehung
- Nummer 139:
Eigentlich ist sogar der Begriff „Ein-Sam“ widersprüchlich genutzt im Alltag, denn vom altdeutschen und indogermanischen Wortstamm her ist es „ein“=wie ein Sein und „-sam“=innere Gemeinschaft, also nicht isolierend, sondern zusammen
- Nummer 140:
Die Endsilbe -sam war früher sogar ein eigenständiges Wort für übereinstimmend und von gleicher Beschaffenheit, weshalb es heute noch als Endung für Eigenschaftswörter dient, wie heil-sam, bieg-sam, wirk-sam etc.
- Nummer 141:
Betrachtet man die etymologische Bedeutung des Wortes Einsam, so könnte man durchaus auch daraus verstehen: Zusammengehören zu einem Sein, was einen singulären Ausgangspunkt unmöglich macht, sondern klar den Zustand einer Gemeinschaft beschreibt
- Nummer 142:
Da das Wort im alltäglichen Gebrauch überwiegend für ungewolltes Verlassensein, fehlende Kontakte und mangelnde Resonanz verwendet wurde und wird, hat es die eher isolierend negative Bedeutung bekommen
- Nummer 143:
Wir verstehen fachlich heute das Alleinsein wertneutral als äußere Situation ohne gegenwärtige Gesellschaft
- Nummer 144:
Wir verstehen fachlich heute die soziale Isolation als Zustand objektiv weniger oder unzureichender sozialer Kontakte
- Nummer 145:
Wir verstehen fachlich heute das Einsamkeitsgefühl als subjektiv schmerzlich erlebtem Mangel an gewünschter Beziehung oder Resonanz
- Nummer 146:
Fachlich wird Einsamkeit als schmerzhafte Differenz zwischen gewünschter und tatsächlich erlebter Beziehungsqualität verstanden
- Nummer 147:
Soziale Isolation und Einsamkeit sind fachlich nicht dasselbe, so kann ein Mensch unter vielen Menschen einsam sein, während ein anderer allein lebt, ohne sich einsam zu fühlen
- Nummer 148:
Am Alleinsein selbst ist nichts Furchtbares, Untersuchungen zeigen vielmehr: Gewähltes Alleinsein, also Rückzug, kann mit weniger Stress, größerer Autonomie und innerer Ruhe verbunden sein
- Nummer 149:
Es gibt keine für alle Menschen richtige Menge an Rückzug, entscheidend sind Freiwilligkeit, innere Verfassung und Beziehungsqualität
- Nummer 150:
Für das Kombi-Wesen Mensch mit seinen mind. 5 Seinformen Herz, Körper, Geist, Seele und Verstand erklärt die soziale Isolation präziser das Einsamkeitsgefühl trotz innerer Gemeinschaft, da vorhandene Verbundenheit und bewusst erlebte Verbundenheit nicht dasselbe sind
- Nummer 151:
Wo die innere Kommunikation gestört, äußere Resonanz nicht erwidert oder die Verbindung zu GOTT und Schöpfung nicht empfunden wird, kann das Einsamkeitsgefühl entstehen
- Nummer 152:
Einsamkeit ist kein Beweis wirklicher Getrenntheit, sondern eine In-Formation über nicht hinreichend erlebte Beziehung
- Nummer 153:
Das Einsamkeitsgefühl zeigt, dass innere Seingemeinschaft nicht jede menschliche Nähe im Empfinden ersetzt, während äußere Gesellschaft keine innere Beziehung ersetzen kann
- Nummer 154:
Gewähltes Alleinsein kann dagegen zum Ein-Sam-Sein werden, zur bewussten Kommunikation der inneren Seingemeinschaft in einem stillen Einen
- Nummer 155:
In der Stille des gewählten Ruckzugs verlassen wir die Gemeinschaft nicht, sondern geben Körper, Herz, Verstand, Seele und Geist Raum, einander wieder wahrzunehmen, so kann Alleinsein von äußerer Abwesenheit zu innerer Gegenwart und von bloßer Stille zu Bewusst-Sein werden
- Nummer 156:
Alleinsein sagt, wie viele andere gegenwärtig sind, Einsamkeit sagt, wie viel Beziehung wir empfinden
- Nummer 157:
Gesellschaft kann das Alleinsein beenden, aber erst wirkliche Beziehung kann die Einsamkeit berühren
- Nummer 158:
Die innere Seingemeinschaft widerlegt unsere Verlassenheit, aber nicht unser berechtigtes Bedürfnis nach menschlicher Resonanz
- Nummer 159:
Wer sein Alleinsein frei wählt, verlässt nicht notwendig die Gemeinschaft, er gibt im Rückzug seiner inneren Gemeinschaft endlich Zeit, miteinander zu sprechen
- Nummer 160:
Die Stille des Rückzugs erzeugt unsere inneren Stimmen nicht, sie lässt uns nur hören, was zuvor außen übertönt wurde
- Nummer 161:
Einsamkeit hat eine innere Tür, doch manchmal hilft erst das liebevolle Klopfen eines anderen Menschen, sie wiederzufinden
- Nummer 162:
Erst wenn ich mit mir all-ein-sein kann, kann meine Gemeinschaft mit anderen nicht mehr aus meiner Angst vor Einsamkeit entstehen