164 Gedanken, in der Reihenfolge des Buches
- Nummer 1:
Verschiedene Willen sind eine notwendige Voraussetzung des Konflikts, aber noch nicht seine alleinige oder hinreichende Ursache
- Nummer 2:
Erst der Willensakt der Durchsetzung gegen einen anderen Willen oder gegen dessen berechtigte Grenze verwandelt die Willensverschiedenheit in gewaltsame Konflikte
- Nummer 3:
Ein Konflikt bedeutet heute das Aufeinandertreffen von unvereinbaren Interessen, Meinungen, Zielen oder Werten, er bezeichnet nicht mehr nur einen physischen Kampf, sondern vor allem soziale, psychologische und politische Spannungen
- Nummer 4:
Im Wortstamm bedeutet Konflikt aus dem lat. con=mit und fligere=schlagen, stoßen, ergo ein „Zusammenschlagen“ oder „Zusammenstoßen“ von gegensätzlichen Kräften, Meinungen oder Interessen
- Nummer 5:
Der auftretende Konflikt selbst ist im heutigen Verständnis nicht inakzeptabel, er kann auf Unrecht, Grenzverletzung oder Unvereinbarkeit hinweisen, inakzeptabel sind seine vermeidbare Erzeugung, seine Verherrlichung als Legitimierung, seine Instrumentalisierung und seine entwürdigende oder gewaltsame Austragung
- Nummer 6:
Da der Mensch in Der Polaritätslehre GOTTES kein eindimensionales Wesen ist, können verschiedene Willensrichtungen auch innerhalb desselben Ichs entstehen: Der Körper will Ruhe, die Begierde Genuss, das Herz will Bindung, der Verstand will Trennung etc.
- Nummer 7:
Das bloße Vorhandensein unterschiedlicher Interessen und Neigungen ist zunächst nur eine Spannung der Vielheit, zum inneren Konflikt werden sie, wenn eine Wesensform die andere unterdrücken oder über den manipulierten Geist beherrschen will
- Nummer 8:
Ein Wille wird nicht durch einen anderen Willen zum Konflikt, sondern durch dessen Weigerung, den anderen Willen zu berücksichtigen
- Nummer 9:
In der Amorologie nimmt Die Liebe Dem Willen nicht seine Kraft, sie bewahrt ihn aber davor, zu Gewalt zu werden
- Nummer 10:
Ein ungeordneter Wille sieht im Widerstand nur ein Hindernis, das überwunden werden muss, die Vernunft prüft, ob ihm darin eine berechtigte Grenze begegnet
- Nummer 11:
Vernunft bedeutet nicht, dass jede innere Stimme erfüllt wird, sie bedeutet, dass jede wahrgenommen, geprüft und in eine verantwortete Entscheidung eingeordnet wird
- Nummer 12:
Der Gegenstand des Konflikts beantwortet die Frage: Was wird begehrt oder angestrebt?
- Nummer 13:
Das Interesse beantwortet die Frage: Warum erscheint es mir erstrebenswert?
- Nummer 14:
Die Absicht beantwortet die Frage: Welches Ergebnis stelle ich mir vor?
- Nummer 15:
Der Wille beantwortet die Frage: Welche Möglichkeit will ich in die Wirklichkeit überführen?
- Nummer 16:
Die Entscheidung beantwortet die Frage: Welche Willensrichtung autorisiere ich als mein Handeln?
- Nummer 17:
Der Willensakt beantwortet die Frage: Was setze ich tatsächlich in Bewegung?
- Nummer 18:
Der Durchsetzungsakt beantwortet die Frage: Was bin ich bereit, dem anderen für meine Verwirklichung aufzuerlegen?
- Nummer 19:
Das Interesse ist noch nicht der Wille zur Durchsetzung, die Begierde ist noch nicht die Entscheidung zum Nehmen, die Absicht ist noch nicht der Willensakt zur Handlung
- Nummer 20:
Der Inhalt eines Konflikts kann körperlicher, materieller, emotionaler, wirtschaftlicher oder sozialer Natur sein, seine Konfliktform ist jedoch stets geistig, weil erst eine richtungsgebende Deutung und der Wille aus dem Inhalt ein Gegeneinander machen
- Nummer 21:
Hunger kann körperlich sein, Besitzinteresse kann wirtschaftlich sein, Angst kann seelisch und leiblich wirken, Begierde kann impulsiv wirken, aber erst der Geist gibt dem Impuls eine Richtung: „Ich will dieses Ziel verwirklichen
- Nummer 22:
Bei Konflikten erklärt erst der Durchsetzungswille: „Ich will dieses Ziel auch gegen deinen Willen oder auf Kosten deiner Grenzen, Gesundheit, Würde oder Interessen verwirklichen.
- Nummer 23:
Der Konfliktgegenstand kann materiell sein, die Konfliktordnung ist stets geistig, denn es ist nicht nur Wille gegen Willen, sondern präziser Durchsetzungswille gegen Widerstandswillen
- Nummer 24:
In Der Liebe GOTTES kann aus: „Unsere Ziele widersprechen sich“, eine gemeinsame und einvernehmliche Lösung erstehen, in der Dualität kann daraus die übliche Feindordnung werden: „Du bist mir im Weg, bist minderwertig und darfst bekämpft werden
- Nummer 25:
Am Anfang steht nicht der Konflikt, vor ihm liegen Unterschied, Beziehung, Spannung und mögliche Unvereinbarkeit, erst wenn diese unlösbar gegeneinander gedeutet und/oder vollzogen werden, entsteht der Konflikt
- Nummer 26:
Nicht jede Spannung ist bereits Konflikt, sie kann innerhalb einer tragenden Polarität Erkenntnis, Bewegung, Entwicklung und Lösung ermöglichen, zum Konfllikt wird sie erst, wenn eine Seite die andere nicht mehr als Beziehungspol, sondern dualitär als zu überwindenden Gegenwillen behandelt
- Nummer 27:
Zwei Anliegen können in einer bestimmten Situation unvereinbar sein, dann braucht es Entscheidung, Grenze, Reihenfolge, Verzicht, Trennung oder gerechten Ausgleich, daraus folgt polaritär nicht, dass der andere minderwertig, böse oder feindlicher Gegner ist
- Nummer 28:
Kritisch wird ein Konflikt erst an der Dualisierungsschwelle, wo aus „Wir können nicht beides zugleich verwirklichen“, die Beziehung „Ich gegen dich“ wird
- Nummer 29:
Was wir normal nennen, hört leicht auf, uns veränderungswürdig zu erscheinen
- Nummer 30:
Wir empfinden geschichtlich und erfahrungsgemäß Konflikte als normal, doch daraus wird schnell: „Konflikte gehören zur Natur des Menschen“ und schließlich: „Daran lässt sich nichts ändern
- Nummer 31:
Dass Konflikte häufig sind, beweist nicht, dass der Mensch und seine Systeme für Konflikte geschaffen sind
- Nummer 32:
Aus einer Statistik der als normal empfundenen Akzeptanz von Konflikten wird schnell ein Menschenbild und aus dem Menschenbild eine sich selbst erfüllende Ordnung, denn wer den Gegner erwartet, rüstet gegen ihn auf und hilft möglicherweise erst, ihn hervorzubringen
- Nummer 33:
Gezeigte Gewaltbereitschaft wird allgemein bereits als latente und reale Bedrohung angesehen und trennt Parteien, anstatt sie sich annähern zu lassen
- Nummer 34:
Die Polarität belässt Verschiedenheit in Beziehung, die Dualität zwingt Verschiedenheit in Lager
- Nummer 35:
In der Amorologie ist Konfliktvermeidung nicht Konfliktverdrängung, denn sie verlangt nicht, Unrecht, Spannung oder Grenzverletzung zu verschweigen oder zu ignorieren, aber sie setzt früher an, um Spannungen zu lösen, bevor sie zu Konflikten werden
- Nummer 36:
Konflikt- und Kampfbereitschaft liegen Kämpfern in der DNA, aber wenn Kampf zur Identität wird, braucht der Kämpfer etwas oder jemanden, gegen den er kämpfen kann, Frieden bedroht dann sein Selbstbild, weil mit dem Gegner auch seine vertraute Rolle verschwände
- Nummer 37:
Die amorologische Wirkung entwertet die Kraft des Kämpfers nicht, aber sie befreit Mut, Wachheit und Entschlossenheit von der Abhängigkeit vom Konflikt und verwandelt Kampfbereitschaft in Schutzfähigkeit
- Nummer 38:
Der „Konflikt“ beginnt eigentlich dort, wo die Spannung ihre Beziehung verliert und zum wörtlich gemeinten „Zusammenstoß“ wird
- Nummer 39:
Unvereinbarkeit verlangt eine vernünftige Ordnung, aber nicht notwendig einen Gegner
- Nummer 40:
Der Kämpfer, der einen Gegner braucht, ist noch an seinen Kampf gebunden
- Nummer 41:
Entwertung des Gegners ist die moralische Vorauszahlung auf das Unrecht, das man sich danach erlauben will
- Nummer 42:
Entwertung des Gegners zum Feindbild ist häufig die innere Vorbereitung des Nehmens, denn solange der andere als gleich würdig erkannt wird, begrenzt seine Würde das eigene Handeln, beim minderwertigen Gegner erscheinen Überfall, Ausbeutung, Enteignung oder Missbrauch als verdient, notwendig oder sogar gut
- Nummer 43:
Zuerst werden dem Anderen Gleichwertigkeit, Glaubwürdigkeit und berechtigter Anspruch genommen, denn so lassen sich Land, Arbeit, Rechte, Rohstoffe, Vermögen oder Freiheit leichter nehmen, der materielle Übergriff beginnt immer mit dem Raub am gemeinsamen Würdefeld
- Nummer 44:
Egoistische oder gierige Systeme können vertikale Ungerechtigkeit in horizontale Feindschaft verwandeln, wenn eine Macht- oder Verteilungsfrage zwischen System und System oder System und Bürger in einen Konflikt gelenkt und eskaliert wird
- Nummer 45:
In einem Konflikt der Gier liefert Angst die Energie, duales Denken erzeugt die Lager, das Feindbild gibt der Angst ein Ziel und Entwertung erteilt die moralische Erlaubnis für Gewalt und Übergriffe
- Nummer 46:
Für systemische Konflikte braucht es nicht immer eine zentrale Verschwörung, auch falsche Anreizsysteme, institutionelle Selbsterhaltung, Medienlogiken und ungeprüfte Angst können dieselbe Dynamik hervorbringen
- Nummer 47:
Ein mündiger Bürger erkennt nicht nur, wovor er Angst hat, sondern auch, wer seiner Angst eine Richtung gibt
- Nummer 48:
Wer sein komplementäres Gegengewicht vernichtet, kann den Sieg gewinnen und dabei dennoch sein eigenes Ganzes aus dem Gleichgewicht bringen
- Nummer 49:
Die Amorologie lehrt uns, dass ein Konflikt nicht einfach entsteht, weil Wille auf Willen trifft, sondern wenn sich ein Geist von Liebe, Beziehung, Wahrheit und/oder Verhältnismäßigkeit löst und sein Interesse als absolut setzt
- Nummer 50:
Der Wille sagt immer: „Ich will“, erst der isoliert absolute und damit problematische Wille sagt: „Ich will es unbedingt und dein Wille darf meiner Verwirklichung nicht entgegenstehen
- Nummer 51:
Für einen Konflikt müssen nicht zwei Menschen gleichermaßen konfliktbereit sein, es genügt, dass ein Wille seine Absicht gegen einen anderen Willen durchsetzen will
- Nummer 52:
Der Angegriffene kann ursprünglich überhaupt keinen Konflikt beabsichtigt haben, sein Gegenwille entsteht dann erst als Schutzreaktion auf den Übergriff
- Nummer 53:
Krieg braucht keinen wahren Vorkonflikt, denn der Angreifer benötigt weder einen vorausgehenden Angriff seines Gegners noch dessen Feindschaft, sobald er einseitig angreift, entsteht der reale Konflikt, den er zuvor möglicherweise nur behauptet hat
- Nummer 54:
Krieg braucht keinen wahren Vorkonflikt, wohl aber eine reale oder erzählte Konfliktordnung, die die Angst bündelt, den Gegner als Feindbild zeichnet und Gewalt legitim erscheinen lässt, um einseitig den Krieg zu erklären
- Nummer 55:
Es genügt der Angriff eines einzigen, um allen auf beiden Seiten Krieg zu bescheren

- Nummer 56:
Die alte Frage der Römer: Cui bonum?, gilt noch heute, denn wenn System gegen System oder Bürger gegen Bürger kämpfen, muss gefragt werden, wer währenddessen nimmt, ordnet und gewinnt
- Nummer 57:
Duales Denken ist die verinnerlichte Trennung, die im Krieg äußerlich vollzogen werden kann
- Nummer 58:
Erst wenn das eigene Interesse zum unbedingten Durchsetzungsrecht erhoben wird, droht der andere vom Beziehungspartner zum Gegner zu werden
- Nummer 59:
Nicht ein starker Wille erzeugt den Konflikt, das tut der isolierte Wille
- Nummer 60:
Nicht Verschiedenheit bedroht den Frieden, sondern der Wille, Verschiedenes gewaltsam dem Eigenen zu unterwerfen
- Nummer 61:
Die Amorologie bietet die Chance auf den höchsten Sieg über den Konflikt, denn der ist nicht die Niederlage des Gegners, sondern dass kein Gegner mehr gebraucht wird
- Nummer 62:
Frieden ist nicht, wenn niemand widerspricht, sondern wenn Widerspruch ohne Entwürdigung möglich bleibt
- Nummer 63:
Frieden ist die Freiheit, nicht nur etwas zu wollen, sondern auch auf seine egoistische Durchsetzung verzichten zu können
- Nummer 64:
Frieden ist nicht bloß das Schweigen der Waffen oder die Abwesenheit sichtbarer Konflikte, er entstammt der Fähigkeit, Unterschiede, Spannungen, Grenzen, Verteilungen und notwendige Entscheidungen so zu ordnen, dass kein Mensch für die Durchsetzung einer Lösung entwürdigt werden muss
- Nummer 65:
Die Amorologie gehört vor den Konflikt in die Bildungssysteme, bevor gestritten, gemobbt oder Gewalt ausgeübt wird
- Nummer 66:
Amorologische Bildung beginnt dort, wo bereits ein Kind lernt: Anders bedeutet nicht auch gleich gegen mich
- Nummer 67:
Amorologie beginnt in der Bildung aufklärend bei der Weise, wie schon Kinder Unterschiede deuten, Zugehörigkeit verteilen, Angst verarbeiten und aus einem Anderssein möglicherweise ein Gegen-mich machen
- Nummer 68:
Die Amorologie lehrt nicht, jeden Menschen sympathisch zu finden, sie lehrt Unterschied ohne Feindbild, Grenze ohne Entwertung, Schutz ohne Gewalt, Entscheidung ohne Erniedrigung und Frieden ohne Verdeckung von Unrecht
- Nummer 69:
Am Beispiel der Weisheiten zu Phönix und Schmetterling zeigt sich mir wieder, dass mein bewusst denkendes Ich zumindest nicht die einzige Ebene ist, aus der Erkenntnisse stammen, denn es war mir nicht bewusst, dass eine ähnliche Weisheit bereits in früheren Schätze des Geistes steht
- Nummer 70:
Ob man die tiefste Herkunft der Weisheiten als Wirkung des Unbewussten, jahrzehntelange innere Integration, geistige Inspiration oder empfangene In-Formation GOTTES deutet, lässt sich nicht beweisen, aber es zeigt sich ein biografisches Zeugnis dafür, dass durch mein Leben hindurch eine Erkenntnisstruktur mein jeweiliges Tagesbewusstsein übersteigt
- Nummer 71:
Als Empfänger einer Ahnung oder In-Formation erfahre ich mich als Ihren menschlichen Empfänger, Resonanzraum, Prüfer und Übersetzer, was mir zufließt, muss durch Liebe, Vernunft, Erfahrung und verantwortliche Entscheidung hindurch, bevor es zum FAR-Werk werden darf
- Nummer 72:
Nicht alles, was voll von Werten ist, muss deshalb wertvoll sein, auch negative Werte sind Werte
- Nummer 73:
Nicht die bloße Anzahl oder Stärke vorhandener Werte entscheidet über Wertvoll-Sein, sondern deren Ursprung, Ausrichtung, Ordnung, Beziehung und Wirkung
- Nummer 74:
Wertfülle ist nicht auch immer gleichbedeutend mit wertvoll, denn wertvoll wird sie erst durch eine wahrhaftige, liebevolle und lebensdienliche Ordnung derer Werte
- Nummer 75:
Die Polaritätslehre GOTTES zeigt symbolisch: Der Phönix-Pol steht für die Freilegung des Bleibenden, das Fremde verliert seine Macht, damit das Ur-Eigene wieder hervortritt und der Schmetterling-Pol steht für die Entfaltung des Angelegten, eine bisherige Gestalt wird überschritten, damit eine neue Möglichkeit des Eigenen sichtbar wird
- Nummer 76:
In der Amorologie beantwortet der Phönix die Frage: Was bleibt von mir, wenn das Fremde vergeht?
- Nummer 77:
In der Amorologie beantwortet der Schmetterling die Frage: Was kann aus mir werden, wenn mein Eigenes sich entfaltet?
- Nummer 78:
Der Phönix steht in der Amorologie für Bereinigung, End-Täuschung, Rückkehr zum Ur-Eigenen, wodurch die eigene Identität wieder freigelegt wird unter dem Motto: „Ich werde wieder sichtbar
- Nummer 79:
Der Schmetterling steht in der Amorologie für Entfaltung, Metamorphose, Verwirklichung des angelegten eigenen Potentials, wobei die Gestalt verwandelt wird unter dem Motto: „Ich werde sichtbar, wie ich auch sein kann
- Nummer 80:
Beide Pole gehören in Der Liebe GOTTES zusammen: Der Mensch muss zunächst erkennen, was trotz aller Überlagerungen wahrhaft eigen ist, den Phönix, um sodann diesem Eigenen dem bislang ungelebten Potential Gestalt zu geben, dem Schmetterling
- Nummer 81:
Der Phönix befreit das Eigene vom Fremden, erst der Schmetterling befreit das Mögliche aus dem Eigenen
- Nummer 82:
Der Phönix offenbart, wer ich immer war, der Schmetterling offenbart, wer ich werden kann
- Nummer 83:
Nicht jeder Kontrast ist eine Dualität, nicht jede Verschiedenheit ist eine Gegnerschaft, jede Beziehung bedarf einfach einer polaritär amorologischen Deutung
- Nummer 84:
Die Liebe zwingt Verschiedenes weder in Gegnerschaft noch in Gemeinsamkeit, sie zeigt wahrhaftig, welche Beziehung wirklich besteht
- Nummer 85:
Nicht der Unterschied bestimmt die Beziehung zwischen zwei Elementen, sondern die Beziehung offenbart die Bedeutung des Unterschieds
- Nummer 86:
Entscheidend ist nicht nur, was jemand annimmt, deutet oder zur Regel erhebt, sondern woher die darin vorausgesetzte Beziehung ideell stammt
- Nummer 87:
Wenn bereits eine quasi unterstellte Beziehung nicht aus dem Gegenstand selbst stammt, sondern aus Angst, Gewohnheit, Erfahrung, Kultur, Überzeugung, Programmierung, Sprache, Autorität oder einem inneren Schutzmuster, dann baut die spätere Regel auf einer verborgenen Projektion auf
- Nummer 88:
Die Polaritätslehre GOTTES ist komplementär klärend, denn häufig entsteht duale Trennung nicht wahrhaft zwischen den Dingen, sondern in der Weise, wie wir sie zueinander denken
- Nummer 89:
Duales Denken setzt Verschiedenes vorschnell gegeneinander, teilt es in richtig und falsch, zugehörig und fremd, Freund und Feind oder konstruiert sogar eine Gegnerschaft, die eigentlich gar nicht besteht
- Nummer 90:
Die Amorologie prüft nicht nur liebe-voll unser Urteil, sondern bereits jene unsichtbare Beziehung, aus der das Urteil hervorgegangen ist
- Nummer 91:
Ein sichtbares Urteil zeigt sich oft erst spät, die unsichtbare Beziehungsannahme dahinter war schon lange vorher da
- Nummer 92:
Die Amorologie lässt uns fragend prüfen: Welche Beziehung musste ich inhärent bereits angenommen haben, damit dieses Urteil überhaupt inkohärent entstehen konnte?
- Nummer 93:
In meinem Leben habe ich mich oft und lange dem Heilen im GÖTTlichen Sinne gewidmet und bin dabei immer wieder an die Grenzen der Haltungen zum Geld, Finanzierbarkeit, Ausgleich etc. gestossen, innerlich und äußerlich
- Nummer 94:
Nicht das Geld entscheidet über die Reinheit einer heilenden Beziehung, sondern die Bedeutung, die beide Seiten ihm geben
- Nummer 95:
Bei der Heilung an sich ist es nicht entscheidend, ob Geld fließt, sondern in welcher Haltung, Verhältnismäßigkeit und Wahrhaftigkeit Geber und Empfänger dazu stehen
- Nummer 96:
Dient der Geldfluss beim Heilen der Freiheit, Würde und Ermöglichung des Prozesses oder erzeugt er Grenzen, Druck, Abhängigkeit, Ausschluss und Macht?
- Nummer 97:
Die Haltung des Heilers sollte sein: Ich verkaufe weder GOTTES Wirken noch verspreche ich Heilung, aber ich stelle Zeit, Erfahrung, Aufmerksamkeit und verantwortliche Begleitung zur Verfügung und darf dafür einen angemessenen Ausgleich empfangen
- Nummer 98:
Die Haltung des Hilfesuchenden sollte sein: Ich kaufe weder ein Wunder noch erwerbe ich Macht über den Heiler, aber ich würdige seinen menschlichen Dienst, übernehme Mitverantwortung für meinen Weg und gebe entsprechend meinen Möglichkeiten
- Nummer 99:
Nicht das Geld verunreinigt die Heilbeziehung, sondern eine lieblose Haltung beim Geben und/oder beim Empfangen
- Nummer 100:
Der Preis einer Begleitung bezeichnet niemals den Wert eines Heilers, Die Größe GOTTES oder die Gewissheit einer Heilung, er ordnet lediglich den menschlichen Aufwand dafür innerhalb materieller Wirklichkeit
- Nummer 101:
Beim Heilen sind Geber und Empfänger keine feststehenden Personenrollen, sondern wechselnde Positionen innerhalb eines lebendigen Geben-Empfangen-Kreislaufs
- Nummer 102:
Jeder Gebende ist zugleich Empfangender, und jeder wahrhaft Empfangende wird wieder zum Gebenden, denn wo eine Gabe in Dankbarkeit empfangen, verantwortlich verwandelt und liebevoll weitergegeben oder ausgeglichen wird, bleibt sie im schöpferisch wirksamen Fluss
- Nummer 103:
GOTT ist Der ursprüngliche und immerwährende Geber, der Heiler empfängt die Energie, In-Formationen und Impulse, die die Selbstheilung anregen können, aber weder erzeugt er Die QUELLE, noch besitzt er sie und kann sie deshalb selbst-verständlich auch nicht verkaufen
- Nummer 104:
Durch GOTTES Gabe wird der Heiler zum Empfangenden, was er wiederum später vom Hilfesuchenden dafür empfängt, dient nicht als Kaufpreis für die GÖTTliche Gabe, sondern erhält seine menschliche Fähigkeit, weiterhin Zeit und Lebensraum für diesen Dienst bereitzustellen
- Nummer 105:
Der empfangende Heiler wird gegenüber dem Hilfesuchenden zum Gebenden: Er gibt Aufmerksamkeit, Hingabe, Zeit, Erfahrung, Raum und Begleitung
- Nummer 106:
Der Hilfesuchende wird zunächst zum Empfangenden, jedoch nicht passiv, denn er gibt Vertrauen, Offenheit, Mitarbeit, Eigenverantwortung, Wertschätzung und idealerweise entsprechend seinen Möglichkeiten auch einen materiellen Ausgleich
- Nummer 107:
Das Geld gehört zur horizontalen Ordnung menschlichen Ausgleichs, Dankbarkeit gehört zur vertikalen Rückbindung an Den URSPRUNG, werden Ebenen verwechselt, wird entweder die heilige Gabe kommerzialisiert oder der menschliche Dienst entwertet
- Nummer 108:
Werden horizontale und vertikale Flüsse beim Heilen liebevoll unterschieden und verbunden, so entsteht ein tragfähiger Kreislauf des Empfangens, Verwandelns und Weitergebens
- Nummer 109:
Die Heilarbeit braucht einen tragfähigen materiellen Rahmen, ohne das unverfügbare Wirken GOTTES zur Ware zu machen, wobei der gerechte Ausgleich den menschlichen Dienst ermöglicht, die Würde aller Beteiligten wart und Hilfe dauerhaft zugänglich macht

- Nummer 110:
Wie immer in der Polarität GOTTES hat alles 2 Seiten, die letztlich zusammengehören, aber unterschiedlich wirken, so auch beim Dienst des Heilers, der zwischen den Polextremen Selbstaufopferung und Kommerzialisierung steht
- Nummer 111:
Der Heiler, der einem Reinheits-Gebot folgt und ständig gibt und nichts annimmt, der muss seine persönlich natürliche Existenz durch Tätigkeiten sichern, die ihn erschöpfen oder von seiner Berufung entfernen, wodurch er am Ende weniger Menschen helfen kann
- Nummer 112:
Unentgeltlichkeit ist beim Heilen nicht automatisch rein, sie kann auch zu Selbstentwertung, Überforderung und einem dauerhaften Ungleichgewicht zwischen Geben und Empfangen des Heilers führen
- Nummer 113:
Auf der anderen Seite der Selbstaufopferung steht die Kommerzialisierung des heiligen Dienstes: überhöhte Preise, Heilsversprechen, künstliche Verknappung oder die Ausnutzung von Angst und Verzweiflung sorgen für negative Effekte und Zweifel
- Nummer 114:
Besonders problematisch wird Kommerzialisierung beim Heilen, wenn finanzielle Leistungsfähigkeit mit „spiritueller Bereitschaft“ vertauscht wird, denn Armut ist kein Mangel am Glauben, und Wohlstand kein Nachweis innerer Reife oder Voraussetzung für Heilung
- Nummer 115:
Der Konflikt vieler aufrichtig spirituell wirkender Menschen ist, dass die Gabe des Heilens oder Channelns etc. als heilig und unverkäuflich empfunden wird, der Mensch, durch den sie wirken soll, der Heiler jedoch leben muss
- Nummer 116:
Die QUELLE ist unverkäuflich und hat keinen Preis, denn SIE ist unvorstellbar wert-voll, so voll an Werten, dass nichts dieser Dimension entsprechen kann, aber menschlicher Dienst ist auch wertvoll und verdient einen Ausgleich
- Nummer 117:
Ein wahrer Heiler kann nicht sagen: „Ich verkaufe Dir Heilung“, er kann weder GOTTES Wirken besitzen noch einen Heilerfolg garantieren, denn dieser ist immer ein Selbst-Prozess
- Nummer 118:
Was beim Dienst des Heilers vergütet werden kann: Seine Zeit und konzentrierte Anwesenheit, Erfahrung, Vorbereitung, Begleitung und Nachsorge, Raumkosten, Reisen, organisatorische Kosten, Verantwortung für einen sorgfältigen Prozess, und der Verzicht auf andere Erwerbsarbeit
- Nummer 119:
Entgelte als Ausgleich bezahlen nicht die GÖTTliche Energie, sondern ermöglichen dem Heiler, sich würdevoll und verlässlich für Ihren Dienst bereitzuhalten
- Nummer 120:
Die Heilarbeit braucht einen tragfähigen materiellen Rahmen, ohne Das Wirken GOTTES zur Ware zu machen
- Nummer 121:
Heiler können, wie zuvor bei der Entwicklung der Schulmedizin, eine ethisch tragfähige Ordnung aus mehreren Zugängen organisieren: Pauschal-Vergütungen bei längeren Begleitungen, und zwar transparent, angemessen, tragbar
- Nummer 122:
Heiler können, wie zuvor bei der Entwicklung der Schulmedizin, eine ethisch tragfähige Ordnung aus mehreren Zugängen organisieren: Förder- oder Patronatsbeiträge wirtschaftlich stärkerer Menschen, die anderen damit auch den Zugang erlauben
- Nummer 123:
Heiler können, wie zuvor bei der Entwicklung der Schulmedizin, eine ethisch tragfähige Ordnung aus mehreren Zugängen organisieren: Gründung von Solidaritätsfonds oder Stiftungen, deren Spenden und Fördermittel Begleitungen für Bedürftige finanzieren
- Nummer 124:
Eine ethisch tragfähige Ordnung für Ausgleiche der Heilenden kann die Freiheit des Gebens bewahren, indem er das Empfangen systemisch und gemeinschaftlich enttabuisiert
- Nummer 125:
Wahre Heiler brauchen wahren Dienst durch die innere Erlaubnis zu erkennen, dass sie nicht „Geld für Heilung“ nehmen, sondern Unterstützung an-nehmen dafür, dass sie ihre Lebenszeit dem helfenden Wirken würdig widmen können
- Nummer 126:
Für wahre Heiler gilt: Wer für Die QUELLE kein Geld verlangt, sollte dennoch nicht den Kanal verarmen lassen
- Nummer 127:
Das Empfangen eines gerechten Ausgleichs verunreinigt Den Empfang und die Gabe nicht, es kann vielmehr verhindern, dass der Dienende sich selbst aufbraucht und dadurch gerade jener Berufung entzogen wird, der er dienen sollte
- Nummer 128:
Ein geklärter Ausgleich befreit den Heilprozess von unausgesprochenen Schulden, falschen Ansprüchen und verdeckten Abhängigkeiten, er lässt den Heiler geben, ohne sich aufzugeben, und den Hilfesuchenden empfangen, ohne zum Käufer eines unverfügbaren Heilerfolgs zu werden
- Nummer 129:
Die Amorologie eröffnet eine Sicht-Weise wie die Röntgenbrille des Bewusst-Seins
- Nummer 130:
Wendest du die Röntgenbrille Der Llebe auf alles an, so hilft sie, durch die sichtbare Erscheinung hindurch auf den unsichtbaren Grund zu schauen, ergo dorthin, wo Liebe oder Angst, Wahrheit oder Täuschung, Verbundenheit oder Abspaltung wirken
- Nummer 131:
Die Amorologie beansprucht keine Allwissenheit, vielmehr lehrt sie, tiefer zu fragen, Beweggründe und Wirkungen zu durchschauen und das Erkannte im Licht Der Liebe GOTTES zu prüfen
- Nummer 132:
Loslassen entwertet die gemeinsame Liebe nicht, es beendet lediglich die innere Festhaltung an einer Form, deren Zeit möglicherweise vergangen ist
- Nummer 133:
Beim Gehen hilft keine Gefühllosigkeit, sondern die innere Erlaubnis, dass Liebe, Trauer und Konsequenz gleichzeitig wahr sein dürfen, denn du darfst einen Menschen weiterhin achten und dennoch eine Lebensform beenden, in der du selbst immer weniger vorkommst
- Nummer 134:
Du musst nicht schmerzfrei loslassen können, bevor du eine klare Entscheidung treffen darfst, der Schmerz ist nicht automatisch das Warnsignal für „Bleib!“, er kann auch bedeuten: „Das war mir wichtig, ich betrauere es, aber ich muss Abschied nehmen von der vergangenen Form
- Nummer 135:
Wer sich als Vater, klassisches Familienoberhaupt und Familienmensch für notwendig gewordene Trennung schämt, der trägt den möglichen Schmerz aller beteiligten Menschen gleichzeitig
- Nummer 136:
Du kannst nicht jedes Gefühl deiner Angehörigen verhindern, deine echte Verantwortung besteht darin, wahrhaftig, respektvoll und verlässlich zu handeln, aber nicht darin, dich selbst weiter zu opfern, damit niemand mit Veränderung konfrontiert wird
- Nummer 137:
Nach langen Versuchen und Mühen und Opfern kann ich heute nicht mehr sagen, dass ich noch nicht den richtigen Weg oder die richtigen Worte gefunden habe, sondern: Diese Beziehung lässt sich von mir allein einfach nicht heilen
- Nummer 138:
Selbst die wahrhaftigsten Worte können keine Gegenseitigkeit erzeugen, wenn die andere Seite sie nicht aufnehmen kann oder will, so wird ein Erklärungsversuch nicht mehr zur Brücke, sondern zu einer weiteren Runde desselben schmerzhaften Kreislaufs: Hoffnung, Gespräch, Enttäuschung, Selbstzweifel, neuer Versuch
- Nummer 139:
Jedes Mal fragst Du nach einem misslungenen Ansatz eher dich selbst, was du noch hättest mehr oder besser machen müssen, wobei aus Verantwortungsbewusstsein schleichend Selbstverlust wird
- Nummer 140:
Dein Schmerz und deine Trauer um die verlorene Beziehung nehmen dir weder deine Würde noch Deine Klarheit, sie zeigen nur, wie viel dir Familie, Verbundenheit und Verantwortung bedeuten
- Nummer 141:
Die Amorologie eröffnet eine noch tiefere Dimension der Be-Rück-Sicht-igung: Wie kann etwas in unsere Sicht und Entscheidung eingehen, das sich dem äußeren Auge entzieht?
- Nummer 142:
Wir erschaffen innere Repräsentationen des Unsichtbaren: Sinn-Bilder, Begriffe, Worte, Symbole, Metaphern, Vor-Stellungen, sogar Illusionen, wobei das Unsichtbare dadurch auch nicht sichtbar wird, aber denkbar, fühlbar, kommunizierbar und handlungswirksam nutzbar für unser Bewusst-Sein
- Nummer 143:
Liebe sehen wir nicht unmittelbar, aber wir erkennen sie an ihrer Wirkung, wie Zuwendung, Schutz, Wahrhaftigkeit, Hingabe und Verbundenheit
- Nummer 144:
Die Amorologie lehrt uns: Unser inneres Bild des Unsichtbaren ist nicht das Unsichtbare selbst, denn ein Bild GOTTES ist niemals GOTT, eine Vorstellung der Liebe ist nicht Die Liebe, so kann das Sinnbild Weg-Weiser und Erkenntnismittler werden, aber niemals begrenzend oder verzerrend mit der Wirklichkeit verwechselt werden, auf die es verweist
- Nummer 145:
Damit das Unsichtbare im bildhaften menschlichen Bewusst-Sein berücksichtigt werden kann, braucht es eine Art Sinn-Bild, nur die Weisheit erkennt dabei, dass das Bild nur auf das Unsichtbare verweist und es niemals vollständig enthalten kann
- Nummer 146:
Berücksichtigung ist keine passive Höflichkeitsgeste, sondern ein schöpferischer Bewusst-Seins-Akt, denn sie sammelt unterschiedliche Wahrnehmungen, Gefühle, Erinnerungen, Möglichkeiten, unsichtbare Bedeutungen etc. und fügt sie zu einem möglichst kohärenten Gesamtbild zusammen
- Nummer 147:
Die Berücksichtigung ist kreatives Schaffen, denn wie ein Künstler muss das Bewusst-Sein dabei bildgebende Ansichten, Perspektiven, Licht, Schatten, Nähe, Entfernung, Vorder- und Hintergrund sowie Sicht- und Unsichtbares etc. erkennen, deuten und miteinander in Beziehung setzen
- Nummer 148:
Die Amorologie erklärt, warum Berücksichtigung so anstrengend wirkt und gern vermieden wird im Alltag, denn Berücksichtigung übernimmt die Wirklichkeit nicht einfach, sondern braucht innere Ressourcen, um aus zahlreichen Einzelheiten, Bildern und Sichtweisen eine verantwortbare eigene Sicht zu erschaffen
- Nummer 149:
Die kreative Kunst der Berücksichtigung darf nie beliebige Erfindung werden, ihr Material entstamme der Wirklichkeit, während ihre Freiheit in der Wahrnehmung, Gewichtung, Verbindung und Gestaltung liegt
- Nummer 150:
Berücksichtigung ist die Kunst des Bewusst-Seins, aus vielen einzelnen Ansichten, bildgebenden Verfahren, Sichtweisen etc. ein verantwortbares Ganzes zu gestalten und daraus angemessen handeln zu können
- Nummer 151:
Da menschliches Bewusst-Sein bildhaft funktioniert, führt Berücksichtigung in der Amorologie zur Lehre der inneren und äußeren Bild-Gebung, die Eingang ins Bewusste gestaltet
- Nummer 152:
Der Mensch kennt sinnliche Bild-Gebung wie Sehen, körperräumliche Bild-Gebung wie Ertasten, sowie Erinnerung, Vorstellung, Phantasie, Traum, Täuschung, Halluzination, Planung, Gespinste, Symbolik, Ansichten, Kunst, Foto, Film etc., wodurch deutlich wird, was es alles qualitativ zu erkennen gilt bei innerer Betrachtung
- Nummer 153:
Die Amorologie hilft, wissenschaftlich wesentliche Abgrenzungen zu beachten: Eine Illusion deutet einen vorhandenen äußeren Reiz anders, als er beschaffen ist
- Nummer 154:
Die Amorologie hilft, wissenschaftlich wesentliche Abgrenzungen zu beachten: Eine Halluzination besitzt Wahrnehmungscharakter, aber ohne, dass ein entsprechender äußerer Reiz vorliegt
- Nummer 155:
Die Amorologie hilft, wissenschaftlich wesentliche Abgrenzungen zu beachten: Eine Phantasie wird gewöhnlich als selbst erzeugte Vorstellung verstanden
- Nummer 156:
Die Amorologie hilft, wissenschaftlich wesentliche Abgrenzungen zu beachten: Ein Traum entsteht überwiegend während des Schlafes oder ähnlicher Bewusst-Seins-Zustände
- Nummer 157:
Die Amorologie hilft, wissenschaftlich wesentliche Abgrenzungen zu beachten: Ein Wahn ist primär eine kaum korrigierbare Überzeugung und nicht notwendig ein Bild, allerdings gibt es hier die Wahn-Vorstellung
- Nummer 158:
Die Amorologie hilft, wissenschaftlich wesentliche Abgrenzungen zu beachten: Eine Pareidolie lässt uns in ungeordneten Mustern vertraute Gestalten erkennen, etwa ein Gesicht in einer Wolke
- Nummer 159:
Selbst das Sehen ist keine neutrale fotografische Kopie, denn reflektiertes Licht wird im Auge in Nervensignale übersetzt und das Gehirn verarbeitet diese gemeinsam mit Erinnerung, Erwartung, Aufmerksamkeit und bereits vorhandenem Wissen zu einem Wahrnehmungsmodell
- Nummer 160:
Wir sehen nicht vollkommen voraussetzungslos, wir sehen die Wirklichkeit stets durch die Mitwirkung unseres eigenen Bewusst-Seins
- Nummer 161:
Ein Bild sollte nicht allein danach beurteilt werden, was es zeigt, sondern auch danach woher es stammt, durch welches Verfahren es entstand, was dabei ausgewählt, verändert oder weggelassen wurde, ob es Ab-, Sinn-, Vor-, Wunsch-, Angst-, Zerr- oder Trug-Bild ist, ob es informieren, orientieren, gestalten, unterhalten oder manipulieren soll und welche Wirkungen es erzeugt
- Nummer 162:
Ein angenehmes Bild muss nicht wahr und ein schmerzhaftes Bild nicht falsch sein, amorologische Kohärenz verlangt mehr als gefühlte Stimmigkeit: Sie verlangt Wahrhaftigkeit, vernünftige Prüfung, ethische Verantwortung und Bedacht der Wirkungen
- Nummer 163:
Bild-Gebung ist die Fähigkeit und der Vorgang, Sichtbares, Unsichtbares, Erinnertes, Mögliches oder Erfundenes in eine wahrnehmbare Gestalt zu überführen und kann so Wirklichkeit erschließen, ordnen und vermittelbar machen, sie aber ebenso verkürzen, verzerren oder vortäuschen
- Nummer 164:
Jede Bild-Gebung macht etwas sichtbar und blendet zugleich etwas anderes aus, Weisheit betrachtet deshalb nicht nur das Bild, sondern auch den Bild-Geber, das Bildgebungsverfahren und das Unsichtbare, das außerhalb des Bildes geblieben ist