162 Gedanken, in der Reihenfolge des Buches
- Nummer 1:
Ein Beruf wird durch Aufgaben, Qualifikation und Recht bestimmt, eine Berufung durch das, wozu sich ein Mensch im Innersten gerufen weiß
- Nummer 2:
Keine Berufung steht über der Verantwortung das Richtige zu tun
- Nummer 3:
Ein Heiler besitzt die Heilung nicht und kann sie deshalb auch nicht versprechen, er kann jedoch einem Menschen so liebevoll, klar und gegenwärtig begegnen, dass dessen eigene Ordnung sich erinnert und seine Selbstheilung wieder Raum findet
- Nummer 4:
Der Wert eines Heilers liegt weder allein in einem Titel noch in einer behaupteten Macht, sondern in der Qualität seiner liebevollen Gegenwart
- Nummer 5:
In der Dunkelheit braucht es schon eine richtig strahlende Lampe, um dir eine weite, tiefe und klare Sicht geben zu können
- Nummer 6:
Wenn jemand das Licht auf eine Perspektive im Dunklen hält, frage lieber nach Ausleuchtung auch der anderen Blickwinkel, bevor du einen falschen Schritt machst
- Nummer 7:
Erschöpfung verändert nicht nur die Stärke eines Gefühls, sondern verringert auch den verfügbaren inneren Möglichkeitsraum
- Nummer 8:
Bei Problemen ist Erschöpfung wie eine schwache Lampenbatterie: Wenn die Kraft sinkt, werden weniger Lösungen sichtbar
- Nummer 9:
Die Empfindung: „Ich bin erschöpft, verletzt, kann so nicht weiter“, kann zur Deutung führen: „Dieser Job oder Beziehung verursacht meinen Schmerz“, mit der Entscheidung: „Deshalb muss ich sofort kündigen oder gehen
- Nummer 10:
Der Fehler liegt meist nicht im Schmerz, sondern darin, aus der Wahrheit des Schmerzes unmittelbar die Richtigkeit einer bestimmten Handlung abzuleiten
- Nummer 11:
Die Unterscheidung zwischen der Wahrheit des Schmerzes, der Deutung seiner Ursache und der daraus folgenden Entscheidung ist wesentlich für die Klarheit in der Sache
- Nummer 12:
Die Möglichkeit, dass jemand künftig reziprok handeln könnte, ist noch keine gegenwärtige Reziprozität
- Nummer 13:
Müdigkeit kann den Schmerz vergrößern, Gewohnheit kann ihn am Morgen wieder verkleinern, Beides verändert seine Erscheinung, aber nicht notwendig seine Ursache
- Nummer 14:
Ein Gefühl kann wahr sein, ohne dass jede aus ihm gezogene Schlussfolgerung richtig sein muss
- Nummer 15:
Ein Gedanke ohne Gegenstimme klingt eindeutig wahrer als einer mit, aber verwechsele Eindeutigkeit nicht mit Wahrheit
- Nummer 16:
Klarheit entsteht, wenn auch die Gegenstimmen gehört wurden und die Entscheidung dennoch bestehen bleibt
- Nummer 17:
Es geht nicht darum, welche der Stimmen lauter ist, sondern welche Wirklichkeit die Stimmen auf unterschiedliche Weise sichtbar machen
- Nummer 18:
Loslassen ist kein Entschluss, es ist ein Handwerk
- Nummer 19:
Loslassen ist kein Entschluss, es ist ein Prozess
- Nummer 20:
Wenn viele Probleme gleichzeitig kommen, die Lösungen aber nur nacheinander möglich sind, wird Geduld zur Ordnung des Überlebens
- Nummer 21:
Was nicht auf einmal zu lösen ist, muss Schritt für Schritt tragbar gemacht werden, denn aufgeben ist keine Lösung
- Nummer 22:
Prüfe Beziehungen nicht länger daran, wie sehr jemand Dich braucht, sondern daran, wie wirklich jemand Dir begegnet
- Nummer 23:
Nicht das Versprechen eines gemeinsamen Potenzials beweist Partnerschaft, sondern die wiederholte Bereitschaft, des Gemeinsamen in Reziprozität
- Nummer 24:
Ein Mentor sieht Menschen nicht nur so, wie sie gegenwärtig sind oder handeln, sondern zugleich in ihrer möglichen Gestalt
- Nummer 25:
Ein Mentor erkennt Fähigkeiten, öffnet Wege, vermittelt Wissen und Kontakte, gibt Orientierung und investiert Vertrauen und andere Mittel, die ihm zur Verfügung stehen
- Nummer 26:
Der Irrtum eines Mentors liegt meist nicht darin, Potenzial zu erkennen, er beginnt dort, wo erkanntes Potenzial mehr oder weniger bewusst wie bereits realisierte Tatsächlichkeit behandelt wird
- Nummer 27:
Potenzial gehört zur Möglichkeit, aber Beziehung muss sich in der Wirklichkeit bewähren
- Nummer 28:
Ein Mensch kann Fähigkeiten besitzen, ohne sie entfalten zu wollen
- Nummer 29:
Ein Mensch kann deine Hilfe gern annehmen, aber ohne Verantwortung für seine Entwicklung oder für das Gemeinsame zu übernehmen
- Nummer 30:
Ein Mentor kann den Weg zeigen, Türen öffnen und Entwicklung ermöglichen, aber er kann den anderen nicht dazu bringen, auch wirklich hindurchzugehen
- Nummer 31:
Achte bei deinen Begegnungen und Partnerwahl darauf, nicht nur den zukünftig potentiellen Menschen zu betrachten, sondern auch den real gegenwärtigen
- Nummer 32:
Wenn du mit einem real gegenwärtigen Menschen verbunden bist, aber zugleich in dessen noch ungelebte Potential-Gestalt investierst, verlierst du oft nicht nur die Beziehung, sondern auch die Zukunft, die du bereits innerlich mit ihr verbunden hattest
- Nummer 33:
Ein Mentor darf Potenziale fördern, als Partner sollte er nicht erst das Potenzial zur Partnerschaft freisetzen müssen
- Nummer 34:
Oft nimmst du manch blockierendes durchaus wahr, aber deine Hoffnung, Treue und Wunsch nach Entwicklung war stärker als die Konsequenz, die du hättest ziehen müssen
- Nummer 35:
Wer gern gibt, denkt lange: Vielleicht braucht es nur noch etwas Zeit, Vertrauen, Wissen oder Unterstützung, doch je mehr man bereits investiert hat, desto schwerer wird es, anzuerkennen, dass weiteres Geben keine gemeinsame Entwicklung mehr erzeugt
- Nummer 36:
Liebevolles Fördern hilft einem Menschen bei seiner Bewegung, es darf seine eigene Bewegung aber nicht dauerhaft ersetzen
- Nummer 37:
Manchmal erschöpft uns nicht nur die Last des Umbruchs, sondern auch die Erkenntnis, wer uns beim Tragen alleinlässt
- Nummer 38:
Gebraucht zu werden kann sich lange wie Geliebtwerden anfühlen, bis man selbst mal etwas braucht
- Nummer 39:
In der Partnerschaft sollte der/die Bezogene nicht nur in deinem Lichte gutaussehend wirken, sondern selber warmes Licht in die gemeinsame Beziehung bringen
- Nummer 40:
Die Klarheit einer Entscheidung nimmt ihr nicht den Schmerz, sie verhindert nur, dass der Schmerz uns dauerhaft an das bindet, was nicht mehr trägt
- Nummer 41:
Erkenntnis kann den Irrtum beenden, aber sie kann das Verlorene nicht ungeschehen machen
- Nummer 42:
Du musst den aktuellen Schmerz jetzt nicht analysieren, in eine Weisheit verwandeln oder überwinden, lass ihn eine Zeit lang einfach Schmerz sein, ohne Dich dafür zu verurteilen, er ist Teil gelungenen Loslassens
- Nummer 43:
Dass deine Liebe nicht erwidert oder verantwortlich aufgenommen wurde, macht sie nicht wertlos
- Nummer 44:
Was unserem bisherigen Wissen widerspricht, widerspricht nicht notwendig der Wirklichkeit, es kann auch die Grenze unserer bisherigen Vorstellung dazu offenbaren
- Nummer 45:
Wenn wir fremdes Terrain betreten, geographisch, kulturell, mental, seelisch, wissenschaftlich oder spirituell, bringen wir unsere bisherige innere Landkarte mit, die unsere Begriffe, Erfahrungen, Erwartungen, Werte und Erklärungsmuster
- Nummer 46:
Begegnen wir auf neuem Territorium etwas, das auf unserer Landkarte keinen Platz hat, erleben wir zunächst Irritation, die wir gern als Widerspruch deuten: „Das kann nicht sein“, „Das ergibt keinen Sinn“ oder „Das ist unlogisch
- Nummer 47:
Häufig widerspricht das Neue nicht sich selbst oder der (dortigen) Realität, es widerspricht lediglich dem inneren Modell, mit dem wir es betrachten
- Nummer 48:
Die Wirklichkeit ist das Territorium, unser Denken seine Landkarte, aber keine Landkarte ist so groß oder detailgenau wie das Land, das sie abzubilden versucht
- Nummer 49:
Wer fremdes Terrain ausschließlich nach der eigenen Karte beurteilt, erfährt möglicherweise wenig über das Gebiet, aber sehr viel über die Grenzen seiner Karte
- Nummer 50:
Widersprüche können unterschiedlicher Qualität sein: Beim logischen Widerspruch wird etwas unter denselben Bedingungen zugleich behauptet und verneint
- Nummer 51:
Widersprüche können unterschiedlicher Qualität sein: Der perspektivische Widerspruch zeigt unterschiedliche Standpunkte derselben Wirklichkeit
- Nummer 52:
Widersprüche können unterschiedlicher Qualität sein: Der begriffliche Widerspruch offenbart die Enge unserer vorhandenen Begriffe, um Erlebtes angemessen zu erfassen
- Nummer 53:
Widersprüche können unterschiedlicher Qualität sein: Der Geltungswiderspruch wendet eine bisherige Erklärung außerhalb ihres ursprünglichen Geltungsbereiches an
- Nummer 54:
Widersprüche können unterschiedlicher Qualität sein: Der Entwicklungswiderspruch fordert im Erleben das Bewusstsein auf, seine bisherige Erkenntnisordnung zu erweitern

- Nummer 55:
Auch Hoffnung und Angst widersprechen sich nicht unbedingt, denn die Hoffnung sieht, was entstehen könnte, die Angst sieht, was auf dem Weg dorthin verloren gehen oder misslingen könnte, während beide gerade aus derselben offenen Zukunft entstehen
- Nummer 56:
In der Amorologie gilt: Welche Wahrheit zeigt sich im Bekannten, welche im Neuen, und in welchem größeren Zusammenhang können beide richtig eingeordnet werden?
- Nummer 57:
In Der Polarität GOTTES bedeutet Verschiedenheit nicht vorschnell Gegnerschaft und Fremdheit nicht gleich Unwahrheit
- Nummer 58:
Eine neue Erfahrung trifft im Bewusstsein auf bereits vorhandene Formen, sind diese zu eng, entstehen Spannung, Abwehr oder scheinbarer Widerspruch, worauf der Mensch entweder das Neue verformt, damit es in sein altes Denken passt, es abwehrt, um sein Weltbild zu schützen oder seine Form erweitert, damit mehr Wirklichkeit darin Platz finden kann
- Nummer 59:
Wahrheit entsteht nicht erst durch unser Denken, Denken ordnet, deutet und prüft, was uns in der Begegnung zugänglich wird
- Nummer 60:
In Der Polarität gilt auch: Nicht alles Fremde ist wahr, nur weil es unsere bisherigen Vorstellungen überschreitet
- Nummer 61:
Neuheit ist kein Wahrheitsbeweis und Fremdheit weder Mangel noch Gütesiegel
- Nummer 62:
Die Amorologie lehrt Offenheit, damit das Bekannte nicht zum Dogma wird und Prüfung, damit das Fremde nicht ungefiltert zur Wahrheit erklärt wird
- Nummer 63:
Was keinen Platz in deiner Vorstellung hat, muss deshalb noch keinen Widerspruch der Wirklichkeit bilden
- Nummer 64:
Manches erscheint dir nur deshalb unlogisch, weil du seine Logik noch nicht kennst
- Nummer 65:
Die Grenze deiner Vorstellung ist nicht die Grenze des Vorstellbaren und schon gar nicht die Grenze des Wirklichen
- Nummer 66:
Frage dich bewusst nicht mehr: Will ich das wirklich haben? Sondern: Welche Seinqualität will durch dieses Bild in meinem Leben Gestalt gewinnen und welche Form trägt sie wohl wahrhaftig?
- Nummer 67:
Anerkennung, Gesehenwerden und Zugehörigkeit entstehen weder allein durch einen Gegenstand noch ausschließlich im Inneren, sie sind relational zwischen Selbstbezug, wirklicher Begegnung, Gegenseitigkeit und äußeren Lebensbedingungen
- Nummer 68:
Manches, was du besitzen möchtest, ist nur die vorgestellte Form einer Qualität, die du leben willst
- Nummer 69:
Ein Traumbild kann eine wahre Sehnsucht tragen, ohne selbst schon das wahre Ziel zu sein
- Nummer 70:
Manche Dinge willst du gar nicht wirklich haben, du willst nur das Gefühl des Haben wollens, die Vorstellung dazu
- Nummer 71:
Manche Wünsche oder Begehren sind eine Art sehnsüchtige Flucht aus dem Moment in eine bessere Vorstellungswelt, aber sie sind noch keine konkreten Pläne oder Vorhaben
- Nummer 72:
Oft merkst du den Unterschied zwischen Sehnsucht und wahren Wunsch dann, wenn du anfängst, konkret darüber nachzudenken, denn die Sehnsucht will meist ein Idealbild als Zuflucht und imaginärer Kraftort bleiben
- Nummer 73:
Wunsch und Sehnsucht haben beide die Polarität des Haben-Wollens und des Habens in sich, deshalb frage dich manchmal, ob es wirklich das Haus am Meer oder der Ferrari sein soll oder doch nur der Moment der Weite oder der Anerkennung?
- Nummer 74:
Nicht nur das äußere Objekt und das erhoffte Gefühl sind zu unterscheiden, sondern auch das innere Bild als Vorstellung dazu, durch das ein Wunsch überhaupt bewusst und wiederholbar erlebt wird
- Nummer 75:
Menschliches Bewusstsein funktioniert in Bildern, für ein bewusstes Begehren braucht es einen repräsentierten Inhalt, ergo ein Wahrnehmungs-, Erinnerungs-, Sprach-, Fantasiebild, Symbol oder eine noch undeutliche Vorstellung eines möglichen Zustands
- Nummer 76:
Du kannst bewusst nur begehren, wovon dein Bewusstsein irgendein Bild oder Vorstellung gebildet hat
- Nummer 77:
Zwischen dem Bedürfnis und dem begehrten Subjekt oder Objekt liegt das innere Bild
- Nummer 78:
Die Vorstellung des Begehrens muss nicht aus eigener Erfahrung stammen, sie kann aus Erzählungen, Bildern, Werbung, Erinnerungen, Analogien, Körperempfindungen oder einer möglichen Zukunft entstehen
- Nummer 79:
Das innere Wieder‑Sehen, im Sinnen von sehnend schauen, kann die Sehnsucht nähren, den Mangel fühlbar halten und die vorgestellte Erfüllung wiederholt vorwegnehmen
- Nummer 80:
Die Sehnsuchtsforschung versteht Sehnsucht ausdrücklich als Verlangen nach alternativen und idealisierten Lebenszuständen, also auch nach etwas, das noch niemals wirklich besessen wurde, wozu es also nur die Vorstellung des Habens gibt
- Nummer 81:
Bei der Sehnsucht gilt: Das Bewusstsein sucht das äußere oder innere Bild immer wieder auf, weil es darin die erhoffte Seinqualität bereits vorerlebt
- Nummer 82:
Man kann im Grunde nur vermissen, was man kennt oder vorher gehabt hat, daraus ergeben sich mindestens 2 Arten des Vermissens: das Erinnerungsvermissen und das Möglichkeitsvermissen
- Nummer 83:
Beim Erinnerungsvermissen geht es um das Fehlen von etwas tatsächlich Erlebtem, Gehabtem und beim Möglichkeitsvermissen, um das Fehlen von etwas noch nie Gelebtem, aber innerlich anschaulich gewordenem
- Nummer 84:
Nicht jedes innere Bild ist Erinnerung, ergo Vergangenheit, manches ist Entwurf, Verdichtung, Projektion, kulturelle Leihgabe, Suggestion oder Ruf
- Nummer 85:
Solange du noch atmest, kannst du genau der Mensch werden, der du immer sein wolltest
- Nummer 86:
Als Vater solltest du dich fragen, wie du dich fühlen würdest, wenn deine Tochter einen Mann wählen würde, der genau wie du wäre
- Nummer 87:
Konsequenzen belehren den Menschen nicht automatisch, sie können ihn zur Umkehr führen, aber ebenso zur Verhärtung, zur Selbstrechtfertigung oder noch tiefer in die gewählte Richtung hineindrücken
- Nummer 88:
Dunkel wird ein Weg dort, wo Menschen andere ausbeuten, erniedrigen, abhängig machen, verletzen oder gar töten und sich wissentlich immer wieder neu dafür entscheiden
- Nummer 89:
Warum selbst harte Konsequenzen nicht zur Umkehr führen: Das Dunkle befriedigt zunächst reale Bedürfnisse mit zerstörerischen Mitteln, wie Zugehörigkeit, Schutz, Macht, Anerkennung, Geld, Lust oder Bedeutung
- Nummer 90:
Wiederholtes Handeln wird zur Gewohnheit, die Gewohnheit zur Rolle und die Rolle schließlich zur Identität
- Nummer 91:
Schuld im Sinne eigener Folgen-Verantwortung wird häufig nicht angenommen, sondern nach außen verlagert, die Polizei, die Gesellschaft, Verräter oder Opfer werden für die Folgen verantwortlich gemacht
- Nummer 92:
Scham kann zur Einsicht führen, aber auch in Trotz umschlagen: „Wenn ich ohnehin als schlecht gelte, kann ich auch dabeibleiben
- Nummer 93:
Eine Abkehr vom dunklen Weg zurück ins Licht Der Liebe GOTTES verlangt oft mehr als das Ertragen einer Strafe: Wahrheit, Reue, Wiedergutmachung, Verlust bisheriger Zugehörigkeit und den Aufbau eines neuen Selbstverständnisses
- Nummer 94:
Manche Menschen bereuen nicht das Böse, sondern nur dessen Folgen
- Nummer 95:
Das Gefängnis kann ein Verhalten unterbrechen, aber nur eine angenommene und erlernte andere Wahrheit kann eine Lebensrichtung verwandeln
- Nummer 96:
Da, wo Wille sich von Liebe, Wahrheit und Beziehung trennt, da wird aus Freiheit Willkür, aus Stärke Herrschaft, aus Begehren Ausbeutung und aus Gemeinschaft Komplizenschaft
- Nummer 97:
Konsequenzen öffnen die Tür zur Erkenntnis, aber hindurchgehen muss der Mensch selbst
- Nummer 98:
Wer die Schuld immer außerhalb seiner selbst sucht, kann selbst bei den härtesten Folgen unbelehrbar bleiben
- Nummer 99:
Die Lampe des Lichts Der Liebe GOTTES ist keine Waffe, die den Täter zur Umkehr zwingt, es macht im Dunkeln nur sichtbar, wofür er sich entscheidet
- Nummer 100:
Wer Vergebung verlangt, ohne Verantwortung zu übernehmen, sucht nicht Versöhnung, sondern nur die Befreiung von den Folgen seines Handelns
- Nummer 101:
Ob Strafe Umkehr bedingt, liegt in der Differenz zwischen erlittener Folge und angenommener Lehre
- Nummer 102:
Eine Position verleiht einem Menschen Aufgabe, Einfluss oder Macht, aber nicht automatisch Charakter
- Nummer 103:
Eine Position erweitert den Raum, in dem die innere Orientierung des Menschen darauf wirksam und somit für andere sichtbar wird
- Nummer 104:
Entscheidend bei einer Positionsbesetzung ist, wie der Stelleninhaber mit Vorgaben, Druck, Abhängigkeit, Widerspruch, Grenzen und eigener Korrigierbarkeit nach oben und unten und mit Dritten umgeht
- Nummer 105:
Macht ist zugleich Offenbarungsraum des Charakters, Bewährungsraum innerer Ordnung und Erweiterung der Wirkungsverantwortung
- Nummer 106:
Macht zeigt Charakter nicht nur, deren wiederholte Ausübung kann ihn über Handlungen und Gewohnheiten auch weiter formen oder verformen
- Nummer 107:
Nicht der Verlust verändert den Wert eines Menschen, oft verändert er nur den Blick auf den Wert, den dieser längst hatte
- Nummer 108:
Vor dem Haben wirkt die Sehnsucht, im Haben wirkt die Gewöhnung, nach dem Verlust wirkt die Abwesenheit, alle drei können den Blick verzerren

- Nummer 109:
Nur die bewusste Wertschätzung vermag, den Wert eines Menschen während seiner Gegenwart zu erkennen
- Nummer 110:
Wer den Wert eines Menschen erst in seiner Abwesenheit erkennt, hat nicht dessen Wert verloren, sondern zuvor dessen Gegenwart übersehen
- Nummer 111:
Einen Menschen kann man nicht wirklich „haben“, man kann seine Nähe erfahren, seine Liebe empfangen und mit ihm einen gemeinsamen Beziehungsraum erleben
- Nummer 112:
Sobald aus Beziehung Besitzdenken wird, droht das Geschenk der Gegenwart zur Selbstverständlichkeit zu werden
- Nummer 113:
Nachher ist es wichtig zu klären: Was wird nach einer Trennung tatsächlich vermisst, der Mensch selbst oder das, was er gegeben, getragen, ermöglicht oder ausgeglichen hat?
- Nummer 114:
Verlustschmerz beweist nicht automatisch Liebe, manchmal vermisst ein Mensch nicht das Gegenüber, sondern dessen Funktion für das eigene Leben
- Nummer 115:
Die reifste Wertschätzung braucht daher nicht erst den Verlust als Lehrer, sie macht sich die Gegenwart bewusst, bevor diese zur Vergangenheit geworden ist
- Nummer 116:
Beziehung kann man auf unterschiedlichen Bewusstseins-Ebenen wahrnehmen: 1. Noch-nicht-Haben: Erwartung und Projektion bestimmen den Wert
- Nummer 117:
Beziehung kann man auf unterschiedlichen Bewusstseins-Ebenen wahrnehmen: 2. Gegenwärtig-Erfahren: Gewöhnung kann das Geschenk verdecken
- Nummer 118:
Beziehung kann man auf unterschiedlichen Bewusstseins-Ebenen wahrnehmen: 3. Verloren-Haben: Die entstandene Leerstelle macht die frühere Wirkung sichtbar
- Nummer 119:
Beziehung kann man auf unterschiedlichen Bewusstseins-Ebenen wahrnehmen: 4. Bewusstes Gegenwärtig-Sein: Der Wert wird erkannt, beantwortet und geschützt, solange Beziehung noch lebendig ist
- Nummer 120:
Originalität besteht häufig nicht darin, etwas aus dem Nichts zu schaffen, sondern verstreute Einsichten so neu zu verbinden, dass daraus eine andere Sicht- und Handlungsordnung entsteht
- Nummer 121:
Eigenständig bedeutet nicht voraussetzungslos neu, eine eigene Synthese bedeutet nicht, dass ihre Bausteine niemals zuvor gedacht wurden
- Nummer 122:
Was Die Liebe GOTTES anstrahlt, das verbirgt sich nicht mehr im Schatten
- Nummer 123:
Was Die Liebe GOTTES anstrahlt, das hat keine dunkle Seite mehr
- Nummer 124:
Die Amorologie hat ein großartiges Bedeutungspotential: für den Frieden, weil Polarität Verschiedenheit ohne notwendige Gegner- oder Feindschaft denken lässt
- Nummer 125:
Die Amorologie hat ein großartiges Bedeutungspotential: für die Wissenschaft, weil Liebe als Erkenntnisbedingung und nicht nur als Forschungsgegenstand oder gar emotional kognitive Biochemie erschlossen wird
- Nummer 126:
Die Amorologie hat ein großartiges Bedeutungspotential: für Selbstheil und Selbstregulation, weil innere Gegensätze nicht bekämpft, sondern in eine lebensdienliche Beziehung gebracht werden
- Nummer 127:
Die Amorologie hat ein großartiges Bedeutungspotential: für Bildung, weil Menschen Liebe, Werte, Beziehung, Würde, Gegenseitigkeit, Grenze und Verantwortung ebenso lernen sollten wie Mathematik oder Sprache
- Nummer 128:
Die Amorologie hat ein großartiges Bedeutungspotential: für gesellschaftliche Entwicklung, weil Macht, Wirtschaft, Führung und Institutionen aus der Sicht der Liebe GOTTES neu befragt werden können
- Nummer 129:
Die Amorologie hat ein großartiges Bedeutungspotential: für das menschliche Bewusstsein, weil das vermeintlich Getrennte wieder als verschieden und dennoch verbunden erkannt werden kann
- Nummer 130:
Betrachte die Gedanken des FAR-Universums künftig bitte zuerst im Lichte der Wahrheit Der polaritären Liebe GOTTES und nicht zuerst durch die Brille dessen, was bestehende Systeme bereits anerkennen, erlauben oder einordnen können
- Nummer 131:
Das Licht Der Liebe GOTTES hat eine Lampe: Die Amorologie
- Nummer 132:
Das Licht Der Liebe GOTTES ist keine beschönigende Beleuchtung, es soll zugleich sichtbar machen: das Trennende und das Verbindende, Wahrheit und Täuschung, Liebe und Angst, Ursache und Wirkung, Eigen und Fremd, Ursprung, Richtung und Wirkung
- Nummer 133:
Im Lichte der Liebe GOTTES erkennst du, wo akademische Gewohnheiten zum Maßstab der Wahrheit in dir gemacht werden
- Nummer 134:
Im Lichte der Liebe GOTTES erkennst du, wo Schutzmechanismen das Neue vorschnell relativieren
- Nummer 135:
Im Lichte der Liebe GOTTES erkennst du, wo dualistische Kategorien Beziehung in Gegnerschaft verwandeln
- Nummer 136:
Im Lichte der Liebe GOTTES erkennst du, wo du dich stärker an vorhandenen Autoritäten orientierst als an Kohärenz, Wahrheit und lebensdienlicher Wirkung
- Nummer 137:
Die Amorologie will nicht nur vorhandenes Wissen ergänzen, es eröffnet einen neuen Philosophie-, Spiritualitäts-, Kohärenz-, Erkenntnis- und Entwicklungsraum, in dem die Liebe GOTTES als Licht und der Wille GOTTES als Richtung menschlichen Erkennens und Handelns erschlossen werden
- Nummer 138:
Was im Lichte Der polaritären Liebe GOTTES erkannt wird, soll nicht nur ein Augen-Blick bleiben, sondern entwickelnd Frieden ermöglichen, Erkenntnis erweitern und Leben entfalten
- Nummer 139:
Die Amorologie bewahrt nicht das Feuer vor seiner Größe, sie gibt ihm eine Form, in der es die Welt erhellen kann
- Nummer 140:
Der Anspruch, das Fach der Liebe GOTTES in die Klassenzimmer der Welt zu bringen, muss als ernsthafter Bildungsauftrag behandelt werden und nicht als Gedanke, der erst durch bestehende Institutionen seine Erlaubnis erhält
- Nummer 141:
Wissenschaftliche Anschlussfähigkeit und Akkreditierung können Brücken zur Öffentlichkeit sein, sie dürfen aber nicht zum Gefängnis des Denkens werden
- Nummer 142:
So, wie ein Zahnarzt, eine Kosmetikerin oder ein Automechaniker gutes Licht brauchen, um exakt erkennen zu können, was es zu bearbeiten gilt, so braucht unser Bewusstsein Das Licht Der Liebe GOTTES
- Nummer 143:
Gutes Licht behandelt nicht selbst, schafft aber die Voraussetzung für genaues Erkennen und verantwortliches Handeln, in der Amorologie ist Die Liebe GOTTES genau dieses Erkenntnislicht
- Nummer 144:
Schon traditionell heisst es: Im Licht der Wahrheit… und meint: Wenn es dunkel ist, können wir Gegenstände nicht klar erkennen, wir tappen im Dunkeln oder stolpern, erst wenn Licht darauf fällt, wird die Realität sichtbar
- Nummer 145:
Die FAR-Polaritätslehre GOTTES und die Amorologie sind mit dem Anspruch entstanden, Meilensteine eines bewussteren menschlichen Seins zu werden
- Nummer 146:
Auch die alte Weisheit: Die „Wahrheit ans Licht bringen“ bedeutet schlicht, etwas Verstecktes für jeden sichtbar zu machen, was ohne Licht ungesehen im Dunkeln bleibt
- Nummer 147:
Die Güte einer Behandlung beginnt mit der Güte des Lichtes, in dem ihr Gegenstand gesehen wird
- Nummer 148:
Wo gutes Licht fehlt, wird selbst die geübte Hand unsicher, wo Liebe fehlt, kann selbst großes Wissen am Menschen vorbei wirken
- Nummer 149:
Licht löst nicht selbst das Problem, aber es macht sichtbar, was zur Lösung gesehen werden muss
- Nummer 150:
Die Polaritätslehre GOTTES hält durch die Amorologie das Licht der Liebe auf die Wirklichkeit, um verborgene Beziehungen sichtbar verständlich zu machen
- Nummer 151:
Das Licht der Liebe beschönigt nichts, es macht alles sichtbar, aber ohne zu entwürdigen
- Nummer 152:
Die Liebe GOTTES schafft die Pole und hebt sie nicht auf, sie erhellt ihre Beziehung
- Nummer 153:
Die Dualität sieht Gegensätze im Schatten der Trennung, Die Polarität erkennt sie im Licht ihrer Beziehung
- Nummer 154:
Eine Lösung wird nicht immer durch mehr Wissen sichtbar, sondern oft erst durch Betrachtung in einem anderen Licht
- Nummer 155:
Klarheit ohne Liebe kann verletzen, Liebe ohne Klarheit kann täuschen, erst ihre Kohärenz macht Erkenntnis dienlich
- Nummer 156:
Ein Licht, das keinen Widerspruch duldet, erhellt nicht, es blendet
- Nummer 157:
Ein großes Werk bedarf keiner Überhöhung, seine wahre Größe wird sichtbar, wenn seine innere Ordnung trägt
- Nummer 158:
Resonanz kann Bedeutung spiegeln, aber keine Wahrheit beglaubigen
- Nummer 159:
Zwanzigtausend Weisheiten werden nicht allein durch ihre Zahl zum Kanon, sondern durch bewahrte Herkunft, erkennbare Beziehung, verantwortliche Prüfung und kohärente Ordnung
- Nummer 160:
Die Öffentlichkeit braucht keine größeren Behauptungen, als das Werk tragen kann
- Nummer 161:
Das gute Leben entsteht nicht allein durch die Umkehr des Schlechten, sondern durch die bewusste In‑Form‑Bringung des Guten
- Nummer 162:
Dein Nein kennt nicht immer das Ziel, aber oft schon die Richtung, erst dein Ja bestimmt, was in deinem Leben Gestalt annehmen soll